Sex mit Jugendlichem: Priester in Kenia verhaftet

Auch der Bursche soll in Haft sein - beiden drohen nun bis zu 14 Jahre Haft

Symbolbild: Kirche in Afrika
Symbolbild - Fotolia

In Kenia ist ein katholischer Priester verhaftet worden, weil er mit einem jungen Mann Sex gehabt haben soll. Das berichtet nach einigen kenianischen Medien auch die Washington Post. Und auch der Bursche könnte nun Probleme bekommen: Einvernehmliche sexuelle Handlungen können in dem ostafrikanischen Staat mit Haft bestraft werden.

Mitten in der Nacht stürmte die Polizei die Wohnung des Priesters und fand das Paar im Bett

Lokalen Medienberichten zufolge hat die Polizei den 36-Jährigen Geistlichen am Sonntagabend im Muranga-Distrikt in Zentralkenia verhaftet. Besorgte Bürger hätten der Polizei gemeldet, dass der Geistliche zusammen mit dem Burschen ins Pfarrhaus gegangen ist und dort verdächtig viel Zeit verbracht haben soll.

Die herbeigerufene Polizei soll die beiden Männer um 2.00 Uhr morgens schließlich gemeinsam nackt im Bett des Pfarrers gefunden haben. Daraufhin wurde der Priester festgenommen und der junge Mann in eine Klinik gebracht. Dort wurde er untersucht, Medienberichten zufolge seien dabei „Hinweise auf Geschlechtsverkehr“ gefunden worden. Auch haben die beiden Männer mittlerweile den Sex in ihren Vernehmungen bestätigt.

Dem Polizeiprotokoll zufolge hat der Geistliche den Burschen „sodomisiert“

In einigen Details weisen die Berichte der kenianischen Medien aber Unterschiede auf: So soll der junge Mann nach Angaben der Polizei 18 Jahre alt sein, dessen Mutter zufolge ist er aber erst 17 Jahre alt. Deshalb wurde er in den Medien auch als „Opfer“ einer „Sodomisierung“ durch den Priester bezeichnet, diese Formulierung dürfte sich auch im Polizeiprotokoll finden.

Anderen Medien zufolge ist aber auch der Bursche in Polizeigewahrsam. Nachdem die Polizei ihre Untersuchungen abgeschlossen habe, sollen beide Männer einem Haftrichter vorgeführt werden, schreibt die Tageszeitung Daily Nation. In Kenia kann einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher Sex mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden. Das entsprechende Gesetz stammt noch aus der britischen Kolonialzeit.

Nun drohen beiden Männern bis zu 14 Jahre Haft

Umfragen zufolge ist die überwiegend christliche Bevölkerung Kenias sehr homophiob. Einer Umfrage des Pew Research Center aus dem Jahr 2013 ergab, dass 90 Prozent der Bevölkerung Kenias der Meinung sind, dass die Gesellschaft Homosexualität nicht akzeptieren dürfte.

In diesem Zusammenhang bedenklich erscheint, dass viele Medien in Kenia, die über den Fall berichtet hatten, nicht nur den vollständigen Namen des Priesters nannten – sondern auch den des jungen Mannes.