Verschwundener Cruiser in Berlin: Steckt Devisen-Betrug dahinter?

Neue Ermittlungen der Polizei ergeben ein anderes Bild als zu Beginn der Ermittlungen

Helmut R.
Polizei Berlin

Die Berliner Polizei hat neue Hinweise zum Verschwinden von Helmut Renger. Er war Ende Oktober verschwunden, die Polizei konnte ein Verbrechen in der Cruising-Szene nicht ausschließen. Doch nun könnte der Fall eine neue Wendung nehmen.

Ursprünglich glaubte die Polizei, Helmut Renger verschwand beim Cruising

Die Beamten wandten sich Anfang Dezember an die Öffentlichkeit: Der 42 Jahre alte Regner war am 21. oder 22. Oktober kurz nach einem Aufenthalt in der Türkei spurlos verschwunden. Da er Freunden zufolge die Wohnung zuletzt verlassen hatte, um zu einem Cruising-Date zu gehen, ermittelte die Berliner Polizei zunächst in diese Richtung und bat die Community um Mithilfe – doch vorerst ohne Erfolg.

Doch nun dürfte es eine andere Spur geben. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mitteilen, prüfe man als möglichen Hintergrund für das Verschwinden von Helmut Regner „geschäftliche Tätigkeiten im Bereich des Online-Tradings mit Devisen“.

Hat der 42-Jährige Anleger um ihr Geld gebracht?

Demnach dürfte der 42-Jährige über ein vermutlich betrügerisches Investment-Modell Gelder von Anlegern verloren oder sogar für sich selbst veruntreut haben, so die Berliner Behörden. Dabei dürfte es sich um eine Art Schneeball-System gehandelt haben. Die Anleger haben damals ihre gesamten Einlagen verloren. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Mit einem solchen Geschäftsmodell habe Regner bereits Erfahrung. Einmal sei er so sogar in Insolvenz gegangen, so Polizei und Staatsanwaltschaft. Beeindruckt haben dürfte er die Investoren mit einem gefälschten Lebenslauf. Dort gab er unter anderem an, Absolvent eines Elite-Internats zu sein, als Investment-Broker für die Deutsche Bank gearbeitet zu haben und ein großes Büro in Frankfurt am Main zu haben.

Nun sucht die Polizei nach weiteren Informationen zu Helmut Regner

Nun sucht die 2. Mordkommission des Berliner Landeskriminalamtes Personen, die Angaben zu den Geldgeschäften von Helmut Regner machen können, bei ihm investiert haben oder Leute kennen, die dies getan haben. Auch sucht die Polizei Zeugen, die zwischen 19. und 22. Oktober 2017 Kontakt zu dem 42-Jährigen hatten oder ihn gesehen haben.

Außerdem interessiert sich die Berliner Polizei für eine angebliche Entführung von Regner, die im Jahr 2003 stattgefunden haben soll. Auch hier werden Zeugen gesucht, die Angaben dazu machen können. Alle Hinweise nehmen das LKA 112 in der Keithstraße 30 in Berlin-Tiergarten unter der Telefonnummer +49/(0)030/4664-911222, per E-Mail, die Internetwache Berlin oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.