Britischer Neonazi plante Macheten-Massaker während LGBT-Party

Er kündigte über Facebook ein Attentat an - die Polizei nahm ihn vor dem Pub fest

Ethan Stables
Twitter

In Großbritannien plante ein Neonazi einen Anschlag auf eine Veranstaltung während der Gay Pride, berichtet die BBC. Nun muss sich der 20-jährige Ethan Stables dafür vor Gericht verantworten. Er selbst weist die Beschuldigungen der Staatsanwaltschaft von sich.

Er sei ein Neonazi, der Lesben und Schwule hasst, beschreibt der Staatsanwalt den Angeklagten

Er wolle das „New Empite Pub“ in Barrow-in-Furness, einer Stadt in der Grafschaft Cumbria im Nordwesten Englands, mit einer Machete angreifen, während dort ein LGBT-Event stattfand. Das soll Stables auf Facebook angekündigt haben. Die Polizei wurde von dem Plan verständigt und nahm den jungen Mann fest. Nun steht er vor Gericht. Die Anklagepunkte: Vorbereitung eines terroristischen Anschlags und Todesdrohungen. Stables bekennt sich in diesen Punkten nicht schuldig.

Für Staatsanwalt Jonathan Sandiford ist der 20-Jährige ein „Weißer Rassist“, der einen tiefsitzenden Hass gegen Minderheiten habe – „Juden, Muslime und besonders Schwule und Lesben“. Er beschreibt den Angeklagten als Neonazi, der Adolf Hitler verehre und „eine tödliche Attacke“ auf verschiedene Minderheiten geplant habe.

Sieben Monate lang soll er im Internet über Waffen recherchiert haben

Dem Staatsanwalt zufolge habe der 20-Jährige sieben Monate lang im Internet über Waffen recherchiert – unter anderem auch, wie man Bomben oder Feuerwaffen selbst herstellen könne. „Sein Ziel bei diesen Vorbereitungen war es, einen mörderischen Angriff auf Mitglieder dieser Minderheiten zu starten, besonders auf Schwule und Lesben.“

„Am 23. Juni hat der Angeklagte erfahren, dass im New Empire eine LGBT-Veranstaltung, eine Pride Night, stattfinden würde, und das hat ihn in Rage versetzt“, erklärte der Staatsanwalt den Geschworenen: „Er hat begonnen, Fotos zu machen und das öffentliche Gebäude zu erkunden, um später an diesem Abend einen Angriff zu starten.“

Chat-Screenshot
Facebook

In einer rechtsradikalen Facebook-Messenger-Gruppe hat er die Tat angekündigt. „Ich ziehe heute in den Krieg. Ich werde mit einer verdammten Machete reingehen und jeden einzelnen dieser schwulen Bastarde schlachten. Ich habe genug. Ich möchte nicht in einer schwulen Welt leben. Heute wird eine gute Nacht und der Anfang vom Ende“, schrieb er der Gruppe.

In einer Facebook-Gruppe kündigte er die Tat an, daraufhin alarmierte eine Frau die Polizei

Das hat eine Frau, die ebenfalls Mitglied der Gruppe war, alarmiert: Sie verständigte die Polizei. Die Beamten konnten Ethan Stables gegen 22.00 Uhr in der Nähe des Pubs festnehmen. Den Polizisten zufolge war er gerade dabei, das Lokal ein letztes Mal auszuspähen, bevor er mit Waffen wiederkommen wollte, so der Staatsanwalt.

Der Anwalt des Angeklagten weist diese Darstellung zurück: Demnach sei der 20-Jährige kein Rassist, sondern nur ein „Fantast“. Er habe nicht erwartet, dass jemand geglaubt hätte, was er gesagt habe, so der Anwalt weiter. Sein Lieblingsonkel sei schwul und sein bester Freund schwarz, fügte der Verteidiger hinzu.

Stables, der nach Angaben des Anwalts am Asperger-Syndrom leidet, hat sich nicht schuldig bekannt. Es gilt die Unschuldsvermutung. Ein Urteil wird für Anfang Februar erwartet.