Neuer FP-Landesrat ätzte im Plenum über „Schwuchteln“

„Für mich ist das kein Schimpfwort, sondern Umgangssprache“, so Gottfried Waldhäusl

Gottfried Waldhäusl
FPÖ Niederösterreich

Gottfried Waldhäusl, bis jetzt Klubobmann der FPÖ im Niederösterreichischen Landtag, soll als Landesrat für die Freiheitlichen in die Landesregierung ziehen. Gegenüber Lesben und Schwulen ist der Landwirt bis jetzt vor allem durch eine herabwürdigende Aussage im Landtag aufgefallen.

„Ihr seid euch einig, wenn es um die Schwuchteln geht“

So sagte Waldhäusl im Jänner 2011 in der Budgetdebatte in Anspielung auf die eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle: „Ja, da seid ihr Euch einig wenn es um die Schwuchteln geht, aber wenn es um die Familien geht, da ist kein Geld vorhanden.“ Dafür kassierte er einen umgehend Ordnungsruf vom stellvertretenden Landtagspräsidenten Alfredo Rosenmaier von der SPÖ.

Darauf angesprochen, dass er einen diskriminierenden Ausdruck verwendet habe, meinte der Klubobmann, dass es bei emotionalen Diskussionen im Landtag „durchaus auch ein bisschen härter“ zugehen könne. Außerdem meinte Waldhäusl: „Für mich ist das kein Schimpfwort, sondern Umgangssprache“ Er habe den Ausdruck auch „nicht beleidigend“ gemeint.

„Diese Ignoranz wird Rot und Schwarz auf den Kopf fallen“

Das sahen die anderen Parteien anders. Emmerich Weiderbauer von den Grünen forderte eine „öffentliche Entschuldigung bei allen Homosexuellen für die öffentliche Erniedrigung“ – die Waldhäusl erwartungsgemäß nicht leistete. Und auch die bei LGBT-Rechten normalerweise zurückhaltende ÖVP kritisierte den FPÖ-Klubobmann. Für den Landtagsabgeordneten Jürgen Maier habe der künftige Landesrat mit seinen „diffamierenden Aussagen“ sogar „eine neue Qualität an Niveaulosigkeit erreicht“.

In einer Presseaussendung zur Familienpolitik legte Waldhäusl damals sogar noch nach: „Diese Ignoranz wird Rot und Schwarz auf den Kopf fallen. Einer Schwulenehe wird, auch wenn man es sich noch so wünscht, kein Kind entspringen!“