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Schwulenfeindlicher Angriff auf den amtierenden Mister Gay Belgium

Er will kein stilles Opfer sein: Jaimie Deblieck macht die Tat öffentlich

Mister Gay Belgium

Homophober Angriff auf den amtierenden Mister Gay Belgium: Jaimie Deblieck wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag in seiner Heimatstadt Roeselare angegriffen und beschimpft. Das meldet das belgische LGBT-Portal ZiZo.

Demnach wurde Deblieck von hinten angegriffen, zu Boden gestoßen und verprügelt, während ihn der Angreifer homophob beschimpft hat. Nach dem Angriff ging er ins Krankenhaus und zeigte die Unbekannten bei der Polizei an. Bei dem Angriff wurde er nur leicht verletzt: „Abgesehen von einigen blauen Flecken habe ich nichts abbekommen“, beruhigt er die Community.

Nun ist die Staatsanwalt am Zug. Die Entscheidung, mit dem Angriff an die Öffentlichkeit zu gehen, hat Deblieck bewusst getroffen: „Vielen Menschen in unserem Land geht es wie mir und sie haben mit körperlicher Aggression zu kämpfen, weil sie sind, wie sie sind – und wagen es doch nicht, da herauszukommen.“

„Mich von hinten anzugreifen ist eine Sache. Mich nachher als ‚Fucking Homo‘ zu beschimpfen, wirst du noch bereuen.“

Auf Facebook schrieb Jaimie Deblieck – mit einem Foto aus dem Krankenhaus – eine kämpferische Botschaft: „Mich von hinten anzugreifen und zu schlagen ist eine Sache. Mich nachher als ‚Fucking Homo‘ zu beschimpfen, wirst du noch bereuen. Ich lasse das nicht auf sich beruhen, du Feigling.“

„Jaimie ist enttäuscht und wütend“, bestätigt auch Bram Bierkens, Organisator der Wahl zum Mister Gay Belgium, gegenüber ZiZo: „Aber er hat eine starke Persönlichkeit, er hat auch Drohungen und andere negative Kommentare nach seiner Wahl überstanden. Ich verstehe nicht, warum Menschen sowas machen.“

LGBT-Organisation ruft Betroffene auf, jeden Übergriff zu melden

„Homo- und transphobe Gewalt sind inakzeptabel – jeder muss in der Lage sein, auf der Straße sich selbst zu sein. Daran müssen die Polizei und die Justiz arbeiten“, erklärt Jacen Borgs, Sprecher der belgischen LGBT-Organisation Çavaria, gegenüber ZiZo.

Auf jeden Fall sei es wichtig, jeden Fall zu melden, erklärt Borgs: „Nur so bekommen wir ein korrektes Bild davon, wo und unter welchen Umständen Probleme auftreten.“ Gewalt gegen sexuelle Minderheiten könne man beispielsweise über die von der EU geförderte App „Uni-Form“ melden. Auf dieser Plattform, die europaweit mit lokalen LGBT-Organisationen zusammenarbeitet, können Hassreden oder Hassverbrechen gemeldet werden. Projektpartner für Deutschland oder Österreich gibt es dabei noch nicht.

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Eigentlich sollte es in Belgien einen nationalen Aktionsplan gegen homo- und transphobie geben. Der vorherige Plan war bereits 2014 abgelaufen. Ein Sprecher von Zuhal Demir, dem belgischen Staatssekretärs für Chancengleichheit, kündigte einen neuen Plan für April an. Geht es nach Borgs, sollte dieser Plan „auf einer langfristigen Vision basieren“ und es müssen auch die Mittel bereitgestellt werden, um diesen Plan effektiv umzusetzen.

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