Eiskunstläufer Adam Rippon lehnt Kommentatoren-Job ab

Der US-Sender NBC wollte den offen schwulen Sportler für den Rest der Olympischen Spiele engagieren

Adam Rippon
Adam Rippon/Instagram

Einen Karrieresprung hat der offen schwule US-Eiskunstläufer Adam Rippon ausgeschlagen: Nachdem er bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang keinen Einsatz mehr hat, sollte er für den US-Sender NBC als Kommentator arbeiten. Doch der 28-Jährige lehnte ab.

„Ich habe viel Aufmerksamkeit dafür bekommen, einfach ich selbst zu sein“, sagt Rippon

Sportlich kann Rippon zufrieden sein: Im Teambewerb gewann er für die Vereinigten Staaten Bronze, im Einzelbewerb erreichte er den zehnten Platz. Ein Ergebnis, mit dem er zufrieden ist: „Ich habe viel Aufmerksamkeit dafür bekommen, einfach ich selbst zu sein“, sagte er.

Zu seinen Fans gehören Prominente wie Reese Witherspoon oder Britney Spears. Einer großen Öffentlichkeit wurde der Eiskunstläufer bekannt, als er Vizepräsident Mike Pence als Leiter der US-Delegation bei Olympia kritisierte – und dieser versuchte zu beschwichtigen.

Und nun wurde der erste offen schwule Teilnehmer an Olympischen Winterspielen von NBC eingeladen, während dem Rest der Spiele als Kommentator zu arbeiten. Der 28-Jährige wäre damit bis Sonntag unter anderem im US-Fernsehen, auf den Olympia-Websites von NBC und deren Social-Media-Accounts zu sehen gewesen sein. NBC-Sprecher Greg Huges bestätigte der Tageszeitung USA Today entsprechende Gespräche.

Adam Rippon drückt lieber dem eigenen Team die Daumen, als Geld zu verdienen

Doch Rippon lehnte das verlockende Angebot ab – um seinen Teamkollegen weiter die Daumen drücken zu können. „Ich bin geschmeichelt, dass NBC mich als Korrespondent in Pyeongchang haben wollte. Das zu tun hätte bedeutet, dass ich das Team USA verlassen hätte müssen und aus dem Olympischen Dorf ausziehen. Das will ich nicht, und so musste ich diese Möglichkeit ausschlagen“, so der Eiskunstläufer auf Twitter.

„Ich liebe es, im Team USA zu sein und unser Land zu repräsentieren“, so Adam Rippon weiter: „Während meiner Veranstaltungen waren meine Teamkollegen für mich da, und jetzt muss ich für sie da sein. Ich freue mich darauf, mit ihnen zusammen zu sein und bin sehr aufgeregt über den Rest des Wettbewerbs. Go Team USA!!“

 

Mit seinem Outing will Adam Rippon jungen Menschen Mut machen

Öffentlich geoutet hat sich Adam Rippon im Oktober 2015 in einem Eiskunstlauf-Magazin. Auch spricht er darüber, wie er als Bub gedemütigt und schikaniert wurde – und möchte jungen Menschen den Mut geben, sich dagegen zu wehren.

Seitdem ist er immer wieder durch seine starke Meinung und gesundes Selbstbewusstsein aufgefallen. So sagte Rippon nach seinem Lauf in der Einzelwertung: „Ich bin keine schwule Ikone oder Amerikas schwuler Liebling. Ich bin einfach Amerikas Liebling und ich bin einfach nur eine Ikone.“