Home News Trans US-Streitkräte verpflichten den ersten Transgender-Soldaten

US-Streitkräte verpflichten den ersten Transgender-Soldaten

Zum ersten Mal hat eine offen lebende Trans-Person die Richtlinien der US-Streitkräfte zur Rekrutierung erfüllt

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Das wird Donald Trump und seinem Vize Mike Pence nicht gefallen: Das US-Verteidigungsministerium hat der Washington Times bestätigt, dass der erste Transgender-Soldat seinen Dienst in den US-Streitkräften aufgenommen hat. Für fast sieben Monaten hat Trump erstmals über Twitter angekündigt, keine Transgender-Personen in die Streitkräfte aufnehmen zu wollen.

Nähere Details über den Rekruten wie sein Name, sein gelebtes Geschlecht oder seine Einheit wurden nicht bekanntgegeben. David Eastburn, Sprecher des Pentagon, bestätigte allerdings, dass der erste Transgender-Rekrut am Freitag seine Verpflichtung unterschrieben habe. Zuvor habe er die vorgeschriebenen medizinischen, körperlichen und psychologischen Tests bestanden. Zwar gibt es schon Transgender-Personen in den US-Streitkrfäten, diese haben sich allerdings erst nach der Rekrutierung geoutet.

Der Verteidigungsminister will sich in dieser Frage zu keiner Entscheidung durchringen

Transgender-Personen dürfen sich seit 1. Jänner offiziell bei den US-Streitkräften bewerben. Eine entsprechende Anweisung wurde noch von US-Präsident Barack Obama erlassen. Eine Aufhebung dieser Anweisung durch Obamas Nachfolger Donalds Trump blitzte bei mehreren Gerichten ab. Das Verteidigungsministerium selbst konnte das Verbot nicht schlüssig erklären. Beobachter vermuten deshalb, dass auch der Oberste Gerichtshof ein generelles Verbot für Transgender-Personen, in den Streitkräften zu dienen, als Diskriminierung einstufen würde.

Verteidigungsminister James Matthis hat deshalb vorerst empfohlen, dass es Transgender-Personen erlaubt werden sollte, in den Streitkräften zu dienen. „Das ist ein komplexes Thema, und der Minister nimmt sich die Zeit, die vorhandenen Informationen zu bewerten“, erklärte Pentagon-Sprecherin Dana White letzte Woche: „Es ist ein wichtiges Thema, und, noch einmal, er trifft seine Entscheidungen danach, wie viele Leben sie gefährden könnten.“

Trumps Entscheidung ist auch im Militär und in der eigenen Partei umstritten

Die Entscheidung von Trump, Transgender-Personen vom Militärdienst auszuschließen, sorgt auch innerhalb der eigenen Partei und bei den Streitkräften selbst für deutliche Kritik. „Es gibt keinen Grund, Armeeangehörige, die kämpfen, trainieren und eingesetzt werden können, dazu zu drängen, das Militär zu verlassen – ungeachtet ihrer Geschlechtsidentität“, sagte der mächtige Senator John McCain. Für ihn war der Vorstoß ein „weiteres Beispiel, warum wichtige politische Entscheidungen nicht auf Twitter verlautbart werden sollten“.

In der Tageszeitung USA Today ist unterdessen eine ganzseitige Anzeige verschiedener LGBT-Bürgerrechtsorganisationen erschienen, die namhafte Militärs sowie Spitzenpolitiker der Demokraten und Republikaner zeigt, die das Recht von Transgender-Personen unterstützen, ihrem Land offen dienen zu können.