MASH-Schauspieler David Ogden Stiers ist tot

Nach einem späten Outing erlag der US-Schauspieler seinem Krebsleiden

David Ogden Stiers
CBS

Der offen schwule Schauspieler David Ogden Stiers ist tot. Er starb gestern an den Folgen seiner Blasenkrebs-Erkrankung, wie sein Manager Mitchell K. Stubbs, über Twitter bestätigte.

International bekannt wurde Stiers vor allem durch seine Rolle als Major Charles Emerson Winchester III in der Erfolgs-Sitcom MASH, die in den USA von 1972 bis 1983 ausgestrahlt wurde. Für seine Rolle in der Serie, in der es um US-Militärärzte im Koreakrieg geht, wurde er zweimal für einen Emmy nominiert.

Stiers war einer der beliebtesten US-Synchronsprecher

Danach wechselte David Ogden Stiers vor allem ins Synchronstudio: Er wurde eine begehrte Stimme für Trickfilme. So sprach er in den Originalversionen unter anderem Cogsworth in “Die Schöne und das Biest”, den Erzdiakon im „Glöckner von Notre Dame“ und Governor Ratcliffe in „Pocahontas“. Außerdem war er als Gaststar in unzähligen Serien zu sehen, darunter „Alf“, „Perry Mason“, „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“, „Mord ist ihr Hobby“, „Ally McBeal“ oder „Stargate: Atlantis“.

Die Beliebtheit als Disney-Stimme war auch der Grund, warum sich Stiers erst spät öffentlich outete. Mit 66 Jahren hat er im Jahr 2009 einem LGBT-Onlinemagazin gesagt, dass er schwul sei – und darauf sehr stolz sei, diesen Schritt aber wegen seiner Arbeit erst sehr spät gemacht hat.

Outing, um frei für eine Beziehung zu sein

„Ich liebe meine Arbeit, und auch wenn viele die idealistische Ansicht haben, dass die Unterhaltungsindustrie und Studios wie Walt Disney schwulenfreundlich sind: Größtenteils sind sie das, aber das heißt nicht, dass das Geschäft nicht zuerst kommt. Es geht ums Geld. Ein großer Teil meines Verdienstes kommt vom Vertonen von Disney- und Familien-Programmen.“

Trotzdem wollte er nicht  ungeoutet sterben: „Ich könnte edle Gründe für mein Coming Out angeben, zum Beispiel dass ich LGBT-Rechte voranbringen möchte, aber ich muss zugeben, dass ich es aus viel selbstsüchtigeren Gründen tue. Jetzt ist die Zeit, in der ich gerne jemanden kennenlernen würde, und ich möchte einen potenziellen Partner nicht zwingen, mit mir ein Leben mit extremer Diskretion zu führen.“