HIV-Drama „120 BPM“ als bester französischer Film ausgezeichnet

Insgesamt sechs Césars gehen an das Drama von Regisseur Robin Campillo

120 BPM
Edition Salzgeber

Der Film „120 BPM“ über den Kampf von Aids-Aktivisten in den frühen Neunzigerjahren wurde am Wochenende mit dem César für den besten Film des Jahres ausgezeichnet. Der César gilt als wichtigster Filmpreis Frankreichs.

Dreizehn Mal nominiert, sechs Preise gewonnen

In dem Film zeigt der französische Regisseur Robin Campillo den Anfang der französischen HIV-Aktivistenbewegung „Act Up“, die 1989 gegründet wurde. Sie versuchte, mit spektakulären Aktionen gegen die Ausgrenzung von Positiven und das Versagen von Politik und Pharmaindustrie zu protestieren.

„120 BPM“ gewann den César auch in fünf weiteren Kategorien, unter anderem für das beste Originaldrehbuch und die beste Musik. Das Drama war insgesamt 13 Mal nominiert worden. Der Film war auch als bester fremdsprachiger Film für die Oscars nominiert, ging dort am Sonntag aber leer aus.

Produzentin lobt gesellschaftliche Veränderungen seit den 1990er-Jahren

Die Produzentin des Films, Marie-Ange Luciani, würdigte in ihrer Rede den sozialen Wandel, der sich seit den 1990er-Jahren zugetragen habe. So lobte sie unter anderem, dass die Ehe von homosexuellen Paaren seither zunehmend akzeptiert worden sei.

Bereits im letzten Jahr hat „120 BPM“ den großen Preis beim Filmfestival von Cannes gewonnen. „Mit ‚Act Up‘ wollten die Kranken die Ächtung überwinden und die Krankheit sichtbarer machen, um die Politiker zur Verantwortung zu rufen“, sagte der Regisseur damals.

Pedro Almodóvar überreicht Penélope Cruz den Ehren-César für das Lebenswerk

Die spanische Schauspielerin Penélope Cruz bekam für ihr Lebenswerk den Ehren-César. Die Auszeichnung wurde ihr von dem spanischen Regisseur und Produzenten Pedro Almodóvar überreicht.

Die diesjährige César-Verleihung stand im Zeichen der #MeToo-Debatte um sexuelle Belästigung von Frauen. Viele Stars trugen als Zeichen der Solidarität eine weiße Schleife, unter ihnen Marion Cotillard und Penelope Cruz.