Katholische Website zensiert Grüße des Bischofs an Regenbogenfamilien

Willkommensbotschaft zum Weltfamilientreffen wurde um einen entscheidenden Satz gekürzt

David O’Connell
amoris.ie

Von 21. bis 26. August findet in Irland das neunte katholische Weltfamilientreffen statt. Für Schlagzeilen sorgt es schon im Vorfeld: Wie irische Medien berichten, haben Veranstalter eine Willkommensbotschaft an gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern aus einem Werbeclip herausgeschnitten.

„Papst Franziskus hat verstanden: Heute gibt es alle möglichen Familienkonstellationen“

So soll David O’Connell, der aus dem irischen Cork stammende Weihbischof der Diözese Los Angeles, in seiner Grußbotschaft gesagt haben: „Papst Franziskus hat es verstanden: Heute gibt es alle möglichen Familienkonstellationen – Mutter und Vater, Mutter oder Vater alleine, homosexuelle Paare, die Kinder erziehen; Leute in zweiter Ehe.“

Diese Vielfalt war den Veranstaltern offenbar zu viel: In der aktuellen Version des Videos fehlen diese Worte. Eine Sprecherin des Weltfamilientreffens versucht die Wogen zu glätten: Der Satz sei nicht mehr verfügbar, weil auf der Webseite „versehentlich für kurze Zeit“ eine „falsche Version des Videos“ hochgeladen worden sei. Man überprüfe nun, „wie dieser Fehler passieren konnte“. Das Video ist Teil der Reihe „Amoris: Lass uns über Familie reden! Lass uns Familie sein!“, die im Vorfeld für das Portal des Weltfamilientreffens produziert wird.

Sprecherin wehrt sich gegen den Vorwurf der Zensur – doch es ist nicht das erste Mal

Dem Vorwurf der Zensur widerspricht die Sprecherin. Man habe sich entschieden, diese Passage zu streichen, da O’Connell dieses „wichtige Thema später im Programm noch ausführlicher behandelt“. Auch würden in einem weiteren Video eine junge Lesbe, die Mutter einen Schwulen und Bischof O’Connell zu Wort kommen, der darüber rede, wie die römisch-katholische Kirche Menschen „in all diesen Situationen“ erreichen möchte.

Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass die Veranstalter wegen ihrer Haltung zu Regenbogenfamilien in der Kritik stehen: So waren sie Ende Jänner in der Kritik, weil Bilder von gleichgeschlechtlichen Paaren aus dem Begleitheft für das Weltfamilientreffen entfernt wurden.

Vor wenigen Wochen hat der Vatikan bestätigt, dass auch Papst Franziskus am neunten katholischen Weltfamilientreffen in Dublin teilnehmen werde. Im Mittelpunkt der Großveranstaltung soll „Amoris laetitia“ (die Freude der Liebe), das päpstliche Schreiben zu Ehe und Familie, stehen.