Prozess um den qualvollen Tod von „Squeezer“-Sänger wird fortgesetzt

Weil er zwei Bauarbeitern Avancen gemacht hatte, wurde Jim Reeves brutal missbraucht, bis er an den Folgen starb

Jim Reeves
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Eigentlich sollte im Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder des „Squeezer“-Sängers Jim Reeves schon im letzten Oktober ein Urteil gesprochen werden. Doch die Verhandlung zieht sich in die Nähe: Die Anwälte der Angehörigen, die als Nebenkläger am Prozess in Berlin teilnehmen, stellten neue Beweisanträge. Nun könnte ein Urteil erst im April feststehen.

Der vorsitzende Richter kündigte an, die Beweisanträge der Nebenkläger genauer prüfen zu wollen: Er setzte fünf neue Verhandlungstermine an, den letzten am 26. April. Das berichtet die Bild-Zeitung heute. Der Prozess wird zunächst am Freitag fortgesetzt.

Der einstige Popstar fand im Hostel seit qualvolles Ende

Jim Reeves, ein gefeierter Popstar der Eurodance-Welle der 1990-er Jahre, starb am 1. Februar 2016 im Hostel „HappyGoLucky“ in Berlin-Charlottenburg. Wie die Obduktion später nachwies, wurde er grausam gefoltert und mit Gegenständen vergewaltigt, bevor er qualvoll in seinem Bett verblutete.

Seine mutmaßlichen Mörder – es gilt die Unschuldsvermutung – lernte er dort wenige Stunden zuvor kennen: Er teilte sich mit dem 23-jährigen Adam K. und dem 30 Jahre alten Pawel A., zwei polnische Beauarbeitern auf der Durchreise, ein Sechsbettzimmer.

Die Staatsanwältin geht von einer Tötung aus Homophobie aus

Weil Jim Reeves in einer Bar zudringlich geworden sein soll, fällten die beiden Angeklagten den Entschluss, den ehemaligen „Squeezer“-Sänger „zu töten und dabei zu quälen, weil der homosexuelle Geschädigte ihnen sexuelle Handlungen angetragen hatte“, ist die Staatsanwältin überzeugt.

Einer der beiden Angeklagten konnte etwa zwei Wochen nach dem gewaltsamen Tod des Sängers in Polen gefasst und nach Deutschland ausgeliefert werden. Der zweite Täter konnte von Zielfahndern erst ein Jahr später westlich von Barcelona festgenommen werden. Er leistete starken Widerstand, bei sich hatte er unter anderem zwei gefälschte Ausweisem, einen Elektroschocker, drei Handys und 7.000 Euro in bar.

Adam K. und Pawel A. schweigen zur Anklage. Ihnen droht lebenslange Haft.