Eine Spritze alle zwei Wochen: Neues HIV-Medikament in den USA zugelassen

Zum ersten Mal seit zehn Jahren gibt es einen neuen Therapieansatz für HIV

Symbolbild: Spritze
Symbolbild - Fotolia/andreysafonov

In den Vereinigten Staaten hat die Arzneimittelbehörde FDA den Weg für einen neuen Behandlungsansatz für HIV-Patienten freigemacht. Sie hat zur Behandlung von Patienten mit Multiresistenzen erstmals ein Medikament zugelassen, das Antikörper einsetzt.

Derzeit darf das Medikament nur verschrieben werden, wenn andere nicht mehr so gut wirken

Mit dem Medikament, das unter dem Namen Trogarzo vermarktet wird, dürfen derzeit nur HIV-Patienten behandelt werden, bei denen andere Therapien nicht mehr wie erwartet wirken. Sie müssen zusätzlich noch jene antiretroviralen Medikamente nehmen, die zumindest noch teilweise gegen die HIV-Stämme wirken.

Trogarzo ist das erste kommerziell vermarktete Medikament, das genetisch veränderte Antikörper enthält, um den HIV-Virus in Schach zu halten. Damit ist es das erste Medikament seit fast zehn Jahren, dem ein neues Wirkprinzip zugrunde liegt. Es muss alle zwei Wochen intravenös gespritzt werden. Damit ist es auch das erste HIV-Medikament, das nicht täglich eingenommen werden muss.

Immer mehr Patienten mit resistenten HIV-Stämmen: Neuer Therapieansatz ist nötig

In den USA sind bis zu 25.000 HIV-Positive mit Virenstämmen infiziert, die gegen mehrere HIV-Medikamente vollständig oder teilweise resistent sind. Etwa die Hälfte von ihnen braucht dringend ein neues Medikament, weil der HI-Virus sich bei ihnen wieder vermehrt.

Die Herstellerfirma, das Pharmaunternehmen Theratechnologies, hofft nun, das Medikament innerhalb von sechs Wochen den ersten Patienten in den USA zur Verfügung stellen zu können. Ob und wann es auch in der Europäischen Union zugelassen wird, ist noch unklar.