Home Politik International Parteikollegin beschimpft Cynthia Nixon als „unqualifizierte Lesbe“

Parteikollegin beschimpft Cynthia Nixon als „unqualifizierte Lesbe“

"Eigentlich hat sie recht. Ich habe kein Zertifikat vom Ministerium für lesbische Angelegenheiten", antwortet die Schauspielerin

Cynthia Nixon
David Shankbone/Wikimedia - CC BY 3.0

Dass in der Politik die Messer tief fliegen, musste auch die Cynthia Nixon feststellen. Einen Tag, nachdem die bisexuelle Schauspielerin ihre Kandidatur für das Gouverneursamt von New York angekündigt hatte, wurde sie bereits von einer hochrangigen lesbischen Parteikollegin beschimpft.

Die Demokratin Christine Quinn, erste weibliche und offen homosexuelle Vorsitzende des Stadtrats von New York, kritisierte in einem Interview mit der New York Post, dass Nixon bei der Bürgermeisterwahl nicht sie, sondern ihren Gegenkandidaten, den jetzigen Bürgermeister Bill de Blasio, unterstützt hatte.

„Eine unqualifizierte Lesbe, die Gouverneurin von New York werden will“

Dafür verwendete sie recht deftige Worte: „Cynthia Nixon war dagegen, dass eine qualifizierte Lesbe Bürgermeisterin von New York City wird. Nun ist sie gerne eine unqualifizierte Lesbe, die Gouverneurin von New York werden will. Man muss qualifiziert sein und Erfahrung haben. Sie hat nicht die Qualifikation, um Gouverneurin zu sein“, so Quinn.

Nicht nur in Sozialen Netzwerken hagelte es daraufhin jede Menge Kritik an Christine Quinn. Wenig später sah sie sich gezwungen, sich auf Twitter zu entschuldigen und ihre Position genauer zu erklären. Die sexuelle Orientierung von Cynthia Nixon habe „keinen Zusammenhang mit ihrer Kandidatur und es war nicht meine Absicht, den Eindruck zu erwecken, es wäre so“, so Quinn: „Ich möchte eines klarstellen. Ich würde niemals jemanden wegen seiner Geschlechtsidentität kritisieren.“

Christine Quinn hat nicht vergessen, dass Cynthia Nixon ihre Bewerbung zur Bürgermeisterin nicht unterstützt hat

„Als Lesbe, die für eines der höchsten Ämter im Land kandidiert hat, weiß ich, wie das ist. Und ich weiß, dass es dringend notwendig ist, dass wir mehr Mitglieder unserer Community dazu bewegen, für ein Amt zu kandidieren“, so Christine Quinn weiter: „Trotz meiner Qualifikationen für das Amt und trotz meines progressiven Programms hat Cynthia Nixon meine Kandidatur in New York aggressiv abgelehnt.“

Quinn betont, sie habe „versucht, uns beide zu vergleichen. Der eigentliche Punkt, den ich hervorheben wollte, ist, dass Qualifikation und Erfahrung zählen. Ich glaube nicht sie diese Qualifikation oder Erfahrung hat“, erklärt die Spitzenpolitikerin ihre Position auf Twitter.

Nixon antwortet auf die Kritik mit einem gekonnten Augenzwinkern

Cynthia Nixon selbst hat bei einer Wahlkampfveranstaltung im legendären Stonewall Inn auf die Vorwürfe von Christine Quinn reagiert. Sie eröffnete ihre Rede mit dem Satz: „Willkommen, unqualifizierte Lesben, und auch die qualifizierten.“

Den Vorwurf von Quinn bestätigte sie mit einem Augenzwinkern: „Ich wollte sagen, dass sie streng genommen recht hat. Ich habe kein Zertifikat vom Ministerium für lesbische Angelegenheiten. Aber zu meiner Verteidigung, ist viel Papierkram.“

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