Lesbische Aktivistin in Mexiko brutal hingerichtet

Folterspuren und ein Kopfschuss: Warum musste die engagierte Feministin sterben?

María Guadalupe Hernández Flores
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Der Tod einer LGBT-Aktivistin erschüttert Mexiko: Bereits seit dem 11. März war María Guadalupe Hernández Flores, von ihren Freunden Kleo genannt, vermisst worden – nun wurde in der Provinz Guanajuato ihre Leiche gefunden. Der Körper der 37-Jährigen wies Folterspuren auf, wie die lokale LGBT-Plattform Desastre berichtet.

Hernández Flores wurde zum letzten Mal lebend gesehen, als sie am 11. März in einen Fernbus stieg. Danach gab es kein Lebenszeichen mehr von ihr. Freunde und Verwandte begannen, die Aktivistin zu suchen – doch ohne Erfolg. Die Hoffnung, sie wohlbehalten zu finden, schwand, als ihr Auto mit Einschüssen gefunden wurde.

Erst drei Tage später konnten ihre sterblichen Überreste identifiziert werden

Am 20. März fanden Spaziergänger schließlich auf einem Grundstück in einer kleinen Gemeinde nahe der Hauptstadt Guanajuato Teile eines weiblichen Körpers. Er war so stark mit Folterspuren übersät, dass eine schnelle Identifikation der Leiche zunächst nicht möglich war.

Erst drei Tage später konnten die Verwandten ihre Leiche in der Gerichtsmedizin von Guanajuato identifizieren. Ab da war es traurige Gewissheit: Der leblose Körper war der von Hernández Flores, die sich für die Menschenrechte von Frauen und der LGBT-Community eingesetzt hat.

Über den möglichen Grund für Folter und Mord schweigen die Polizisten

Über ein mögliches Motiv für den Mord gibt es bis jetzt keine Informationen. Fest steht bis jetzt nur, dass sie durch einen Kopfschuss starb. Sonst halten sich die Behörden mit der Veröffentlichung ihrer Ermittlungserkenntnisse merkbar zurück. Beobachter fürchten deshalb, dass der Tod von Hernández Flores ungesühnt bleiben könnte.

María Guadalupe Hernández Flores war Diplom-Lehrerin an der Universidad Autónoma Metropolitana und der Universidad Autónoma de Querétaro. Sie war als Aktivistin für Menschenrechte, die Rechte von Frauen und sexuellen Minderheiten tätig, engagierte sich unter anderem in der lesbischen Frauenorganisation Tortillería Queretana.

Wut, Empörung und Besorgnis in der feministischen Community

In der Community herrscht Trauer über den Tod der beliebten Aktivistin. „Wir haben auf verschiedenen feministischen Märschen Parolen gegen LGBTphobie geschrien und gesungen“, heißt es in einer Stellungnahme der Tortillería Queretana. Auch die Organisation Lunas Lesbofeministas schrieb, sie fühle „eine tiefe Wut, Empörung und Besorgnis über die Ermordung von Kleo, unserer lesbischen Begleiterin und sozialen Kämpferin“.

Der Mord an María Guadalupe Hernández Flores ist der zweite gewaltsame Tod an einer LGBT-Aktivistin in Lateinamerika innerhalb weniger Wochen. Am 14. März wurde in Rio de Janeiro die LGBT-Aktivistin und Gemeinderätin Marielle Franco mit vier Schüssen in ihrem Auto gleichsam hingerichtet. Bei dem Angriff starb auch ihr Fahrer, ihr Assistent wurde schwer verletzt.