Australien ermöglicht jetzt PrEP auf Krankenschein

Seit 1. April: HIV-Schutz für umgerechnet 18 Euro pro Monat

Flagge von Australien
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In Australien ist die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP), die eine HIV-Infektion zu 99 Prozent verhindern kann, seit Sonntag auf Rezept erhältlich. Eine PrEP-Monatsdosis kostet somit nur mehr 39,50 australische Dollar, das sind umgerechnet etwa 18 Euro.

Nach einer Untersuchung steht der Verschreibung durch den Arzt nichts mehr im Weg

Mit Stichtag 1. April können Menschen, die einer Hochrisikogruppe angehören, von ihrem Hausarzt eine dreimonatige Verschreibung für PrEP-Medikamente bekommen und diese dann in der Apotheke abholen. Die Medikamente werden dann über das australische Pharmaceutical Benefits Scheme (PBS) bezahlt. Bei der Verschreibung untersucht der Arzt sie auch auf sämtliche sexuell übertragbaren Krankheiten.

Bis jetzt mussten alle, die sich mit einer PrEP vor einer HIV-Infektion schützen wollten, die Medikamente entweder selbst importieren, oder an einer der unzähligen staatlichen Versuchsreihen teilnehmen. Mit der Freigabe der PrEP-Medikamente in die Kassenleistungen folgt das PBS einer Empfehlung des zuständigen Beratergremiums.

Für HIV-Experten rentiert sich die PrEP auf Krankenschein schnell

Für Darryl O’Donnell, Geschäftsführer der Australian Federation of AIDS Organisations (AFAO), ist die Entscheidung ein großer Fortschritt. „Das wird zu einer erheblichen Reduzierung der Übertragungen führen und uns erlauben, die Antwort Australiens auf HIV zu beschleunigen“, freut er sich.

Die Kosten für die PrEP auf Krankenschein rentieren sich schnell: „Jede verhinderte HIV-Infektion spart dem australischen Steuerzahler eine Million Dollar an lebenslangen Kosten“, erklärt O’Donnell.