Donnerstag, 30. Mai 2024
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Ehemalige First Lady Barbara Bush gestorben

Sie war konservativ, aber für sexuelle Minderheiten und HIV-Infizierte da

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Barbara Bush, die ehemalige First Lady der USA, ist tot. Sie starb am Dienstag im Alter von 92 Jahren. Die Ehefrau des früheren republikanischen US-Präsidenten George H. W. Bush und Mutter von George W. Bush hatte sich zuvor gegen weitere medizinische Behandlungen entschieden. Ihre Position gegenüber sexuellen Minderheiten war für eine konservative Republikanerin überraschend offen.

Barbara Bush sprach sich gegen die Diskriminierung von sexuellen Minderheiten und Menschen mit HIV aus

Denn auch, wenn ihr Mann George H. W. Bush die konservativen Positionen seines Vorgängers Ronald Reagan fortschrieb, dürfte sie mit ihm nicht immer einer Meinung gewesen sein. Während dem Wahlkampf 1989 sagte Barbara Bush, sie glaube, dass die sexuelle Orientierung wie auch Abtreibung persönliche Themen seien, die nicht öffentlich auf Parteitagen diskutiert werden sollten.

Das bemerkte auch Paulette Goodman, Präsidentin von PFLAG, einer Organisation für die Eltern von LGBT-Personen. Sie schrieb 1990 einen Brief, in dem sie Barbara Bush um Unterstützung bat. Und sie bekam unerwartet Antwort: „Es ist meine Überzeugung, dass wir Diskriminierung von Einzelpersonen oder Gruppen in diesem Land nicht tolerieren können. Solch eine Behandlung führt immer zu Schmerzen und schreibt Intoleranz fort“, so die damalige First Lady.

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Barbara Bush engagierte sich mit ihrem Mann während dessen Präsidentschaft auch deutlicher im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids als es ihre Vorgängerin Nancy Reagan tat – auch, wenn sie ihren Schwerpunkt auf Kinder und Frauen legte. So begründete sie 1989 eine der ersten Einrichtungen für Kinder mit HIV und Aids. Bei der Eröffnung drückte sie vor laufenden Kameras die Kinder und HIV-positive Erwachsene und half damit das Stigma abzubauen.

Im Jahr 2013 nahm Bush mit ihrem Mann an einer lesbischen Hochzeit teil

Im Jahr 2013 nahm das Ehepaar Bush auch an einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit teil: Sie waren bei der Feier von Bonnie Clement und Helen Thorgalsen, zwei langjährigen Freundinnen der Familie Bush, eingeladen. Der ehemalige Präsident unterschrieb die Heiratsurkunde sogar als Trauzeuge.

Und auch, wenn offiziell die Teilnahme des ehemaligen Präsidenten und seiner Frau als privater Termin kleingeredet wurde, war sie ein deutliches Zeichen gegen die eigene Partei: Denn diese kämpfte zu dieser Zeit mit Zähnen und Klauen gegen die Öffnung der Ehe in den gesamten Vereinigten Staaten.

Trump „schneidet Grimassen und sagt beleidigende Sachen“

Politisch hielt sich Barbara Bush in der Öffentlichkeit zurück – und wenn sie etwas zu sagen hatte, war es deutlich. Über Sarah Palin, die 2008 als Vizepräsidentin antrat, sagte sie: „Ich bin einmal neben ihr gesessen. Ich habe mir gedacht, sie ist hübsch, und ich glaube ihr gefällt Alaska sehr gut, und ich hoffe, sie bleibt dort.“

Auch mit dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump hatte Barbara Bush ihre Probleme. „Er gibt nicht viele Antworten, wie er die Probleme lösen will. Er schneidet Grimassen und sagt beleidigende Sachen“, sagte sie 2016, als ihr Sohn Jeb gegen Trump als Republikanischer Präsidentschaftskandidat antrat: „Er hat schreckliche Dinge über Frauen gesagt, schreckliche Dinge über das Militär. Ich verstehe deshalb nicht, warum ihn die Leute haben wollen.“

Barbara Bush wurde 1925 im New Yorker Stadtteil Queens geboren. Sie ist die Nachfahrin des Demokraten Franklin Pierce, der von 1853 bis 1857 Präsident der Vereinigten Staaten war. Bush hinterlässt ihren Mann George H. W. Bush sowie fünf Kinder, George W., Jeb, Marvin, Neil und Dorothy.