Brite mit „Super-Tripper“ infiziert: Das letzte Antibiotikum half

Ärzte warnen, dass herkömmliche Geschlechtskrankheiten immer schwerer behandelbar werden

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Während die Bekämpfung des HI-Virus weltweit immer größere Erfolge zeigt, bringen im Gegenzug bekannte und überwunden geglaubte Geschlechtskrankheiten die Experten immer öfter an ihre Grenzen. Einer dieser Fälle nahm nun ein gutes Ende: Ein Brite, der sich mit einem „Super-Tripper“ angesteckt hatte, konnte nun geheilt werden, berichtet die BBC.

Der Virus-Stamm war gegen sämtliche Antibiotika immun

Der Mann war als erster Mensch mit einem Gonorrhoe-Stamm infiziert, der gegen Standard-Antibiotika resistent war. Die herkömmliche Behandlung aus Azithromycin und Ceftriaxone zeigte keine Wirkung. Als letzte Möglichkeit versuchten die Ärzte, den Mann mit Ertapenem zu behandeln – was letztendlich auch funktioniert hat. Untersuchungen haben ergeben, dass der Mann den Erreger nicht weitergegeben hat.

„Er hatte sehr viel Glück, weil es noch dieses eine verbleibende Antibiotikum hatte, das erfolgreich angewandt wurde“, erklärte Olwen Williams, Präsidentin der britischen Gesellschaft für sexuelle Gesundheit und HIV, der BBC: „Wir haben die Angst, dass in der Zukunft keine antimikrobielle Mittel mehr funktionieren könnten.“ Besonders hoch sei das Risiko in Ländern, in denen der Gebrauch von Antibiotika weiter verbreitet ist.

Solche schwer zu behandelnden Fälle könnte es in Zukunft häufiger geben

„Wenn wir reisen, müssen wir darauf achten, dass wir uns so etwas möglicherweise einfangen können“, erklärt sie. Ihr Rat: „Wenn sie irgendwo auf der Welt unsafen Sex hatten, lassen sie sich testen, wenn sie zurückkommen – bevor sie Sex mit anderen Partnern haben.“ Auch die UN-Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor solchen schwer zu behandelnden Geschlechtskrankheiten

Angesteckt hatte sich der Brite beim Sex mit einer Frau in Südostasien. Mittlerweile wurden aus Australien zwei ähnliche Fälle gemeldet, bei denen Gonorrhoe nicht mehr mit herkömmlichen Antibiotika geheilt werden konnte. Einer von ihnen hatte ebenfalls in Südostasien Sex, ein weiterer hat das Land allerdings nicht verlassen.

Unbehandelt kann die Erkrankung zu Gehirnhaut- und Herzmuskelentzündung führen

Fachärzte für Geschlechtskrankheiten nannten die Infektion einen „wichtigen Weckruf für jeden, der Patient habe sehr viel Glück gehabt. Und auch Gwenda Hughes, Leiterin der Abteilung für sexuell übertragbare Krankheiten bei Public Health England, ist sich dessen auch bewusst: Solche Infektionen zu behandeln, sei eine Herausforderung, sagte sie der BBC, und die Fälle seien „rechtzeitige Erinnerungen“, dass das Auftreten des „Super-Trippers“ in nächster Zeit häufiger vorkommen werde.

Gonorrhoe, auch als Tripper bekannt, wird durch ein Bakterium verursacht und bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, sowohl anal wie auch oral oder vaginal, übertragen. Zu den Symptomen gehören Schmerzen beim Urinieren oder grünlich-gelber Ausfluss. Unbehandelte Infektionen können zu Gelenksschmerzen, einer Gehirnhaut- oder Herzmuskelentzündung führen.