AfD-Mann aus Gay-Bar geworfen, Fan fordert: „Laden niederbrennen“

Jetzt ermittelt die Polizei gegen den Pöbler wegen der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten

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In Rostock ermittelt die Polizei gegen einen Mann, der im Internet zu einem Brandanschlag gegen eine Gay- Bar aufgerufen haben soll. Das berichtet die Schweriner Volkszeitung (SVZ). Grund dafür: Das Lokal hat ein Mitglied der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) rausgeschmissen.

Die Politik des Lokals und die Politik des Gastes passen nicht zusammen

Die Geschichte beginnt am Samstagabend. AfD-Mitglied Stephan Schmidt, Vorstandsmitglied der AfD Rostock und Direktkandidat der Rechtspopulisten bei der letzten Bundestagswahl, wollte mit drei Begleitern ins „b sieben“. Das Lokal ist bei den Lesben, Schwulen und ihren Freunden in Rostock sehr beliebt. „Seit zehn Jahren stehen wir für eine offene und tolerante Kultur des Miteinanders. Das Problem ist, dass Herr Schmidt einer Partei angehört, die offen homophobes, antisemitisches, und rechtsextremes Gedankengut verbreitet“, so Lokalbesitzer Andy Szabó gegenüber der SVZ.

Ein Mitarbeiter des Lokals erkannte den AfD-Mann und machte vom Hausrecht Gebrauch. Die Ansichten der AfD seien in der Bar nicht gern gesehen, erklärte er Schmidt, er solle deshalb mit seinen Begleitern das „b sieben“ verlassen. Der Angesproche reagierte ruhig und ging. „Damit war die Sache für uns durch“, so der Lokalchef.

Der AfD-Politiker inszeniert sich geschickt als Opfer – und seine Fans empören sich wie erwartet

Doch das sah Stephan Schmidt offenbar anders – und begann, aus dem Vorfall politisches Kleingeld zu schinden. Auf seiner Facebook-Seite kritisierte er am Tag darauf die Bar. Er sah sich als politisch Andersdenkender pauschal diskreditiert – und zog sogar einen Vergleich zur Judenverfolgung im Nationalsozialismus. „Anstatt miteinander zu reden, wird man einfach als ,Nazi’ abgestempelt, um jegliche Diskussion im Keim zu ersticken“, so Schmidt auf Facebook.

Das erzürnte einen AfD-Anhänger offenbar sehr. Der Eintrag wurde mehr als 2.400 Mal geteilt, in den Kommentaren gab es jede Menge Empörung sowie Verunglimpfungen der Lokalbetreiber. Auch die Vereine „bunt statt braun“ und „rat+tat“, die sich mit dem „b sieben“ solidarisiert haben, bekamen ihr Fett weg.  Ein Mann ließ sich nicht mehr bremsen. Er schrieb auf der Facebook-Seite über das Lokal: „Niederbrennen den Laden“.

Mittlerweile wurde dieser Eintrag schon gelöscht. Doch die Rostocker Polizei ermittelt bereits. „Wir haben von Amtswegen eine Anzeige aufgenommen, die lautet auf Paragraph 111 Strafgesetzbuch, also der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten“, bestätigt Dörte Lembke, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Rostock, der SVZ. Ob auch bei den anderen Kommentaren strafrechtlich relevante Inhalte dabei sind, wird noch geprüft.