Transfrau ohne Vorwarnung an Haltestelle geschlagen und getreten

Die 53-Jährige wartete auf den Bus, als sie ein Unbekannter angriff

Straßenschild Sonnenallee
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Erneut gibt es in Berlin einen brutalen Angriff mit einem vermutlich transphoben Hintergrund: Im Bezirk Neukölln ist am Freitagabend eine Transfrau an der Bushaltestelle geschlagen und getreten worden.

Ohne Vorwarnung lief der Mann auf die Transfrau zu und schlug sie

Die Tat ereignete sich an der Bushaltestelle der Linie M41 in der Sonnenallee. Ohne Vorwarnung lief ein Unbekannter auf die 53-Jährige zu und schlug ihr sofort mit der Faust gegen den Kopf. Als sie wehrlos auf dem Boden lag, trat der Mann der Transfrau mit dem Fuß gegen den Kehlkopf.

Der unbekannte Schläger konnte flüchten, bevor die alarmierte Polizei eintraf. Die 53-Jährige musste ihre Kehlkopfverletzung im Krankenhaus ambulant behandeln lassen. Nach dem Unbekannten wird gefahndet, nähere Angaben zu dem Mann wurden nicht gemacht. Die Ermittlungen führt, wie bei allen Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten, der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin.

Fast jedes Monat wird in Berlin ein Hassverbrechen gegen eine Transperson gemeldet

Immer wieder kommt es in der deutschen Hauptstadt zu Angriffen gegen Transpersonen – oft auch rund um öffentliche Verkehrsmittel. Vor einem Monat wurde eine 37 Jahre alte Trans-Frau von zwei Männern wegen ihres Aussehens angepöbelt und bedroht. Anfang März wurde eine 52-Jährige in der U-Bahn von einem Unbekannten zunächst transphob beleidigt und dann getreten.

Im März hat das Berliner LGBT-Magazin Siegessäule darüber berichtet, dass Trans-Prostituierte auf dem Straßenstrich besonders oft zur Zielscheibe aggressiver Männergruppen werden. Die Sexarbeiterinnen werden unter anderem gezielt beschimpft oder mit Gegenständen beworfen.

In Berlin gab es im Vorjahr mehr als 160 Übergriffe gegen sexuelle Minderheiten

Im Gegensatz zu anderen Großstädten im deutschsprachigen Raum geht die Berliner Polizei transparent mit Verbrechen gegen sexuelle Minderheiten um: Diese werden in den Polizeiberichten erwähnt und in den Statistiken gesondert ausgewertet.

So gab es einer vorläufigen Statistik der Polizei zufolge im Vorjahr 161 Vorfälle im Bereich „sexuelle Orientierung“ in Berlin. Die Tatorte lagen vorwiegend in den Bezirken Mitte, Schöneberg und Neukölln. Bei Polizei und Staatsanwaltschaft gibt es in Berlin eigene Ansprechpartner für sexuelle Minderheiten.