Minderheiten gegeneinander ausspielen? FPÖ Wien greift Life Ball an

Ein Behindertenparkplatz als Grund - doch Gery Keszler reagiert cool und professionell

Rathausplatz beim Life Ball
Life Ball/Christoph Leder

Die FPÖ kann es offenbar nicht lassen: Sie macht mit bizarren Argumenten Stimmung gegen den Life Ball – diesmal muss ein Behindertenparkplatz dafür herhalten. Doch davon lässt sich Veranstalter Gery Keszler nicht beeindrucken.

Baucontainer statt Behindertenparkplatz empört die Wiener FPÖ

Grund für die Aufregung der Freiheitlichen: Seit letzter Woche steht auf einem Behindertenparkplatz beim Rathaus-Ausgang in der Lichtenfelsgasse ein Baucontainer, der für den Auf- und Abbau der Life-Ball-Bühne auf dem Rathausplatz notwendig ist. „Das ist ein klassisch unschönes Beispiel für Gedankenlosigkeiten auf Kosten behinderter Menschen“, empört sich deshalb Martin Hobek, der Behindertensprecher der Wiener Freiheitlichen.

„Dass diese Rücksichtslosigkeit ausgerechnet bei einem Ball passiert, dessen Kernaussage keine kommerzielle, sondern eine ernste soziale ist“, stellt  für den FPÖ-Behindertensprecher „einen besonderen Fall dar“: „Ich appelliere an die Life-Ball-Organisation, dass dieser Fauxpas nächstes Jahr nicht mehr vorkommt“, so Hobek, der in einer Presseaussendung einen sofort zu erreichtenden Ersatz-Behindertenparkplatz fordert.

Das Problem war gelöst, bevor es von den Freiheitlichen bemerkt wurde

Doch Ballvater Gery Keszler kontert die Kritik der Wiener Freiheitlichen gekonnt. Denn das beschriebene Problem sei bereits vor der FPÖ-Kritik gelöst gewesen, erklärt er dem ORF Wien: „15 Meter weiter waren schon 30 Quadratmeter angelegt.“ Über die Aussendung sagt er: „Das sind dann halt so traurige Querelen, weil man ideologisch den Life Ball nicht mag. Aber an und für sich sind alle Parteien dem Life Ball wohlwollend eingestellt.“

Das betrifft auch die FPÖ: So ist Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein als Gast angekündigt. Parteichef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache sei ebenfalls eingeladen, komme aber nach Keszlers Informationen nicht. Er möchte niemanden ausgrenzen, betont der Veranstalter des Life Ball, „das wäre auch lächerlich bei einem Ball gegen Ausgrenzung“.