Homophobe Fangesänge gegen Manuel Neuer: Geldstrafe für mexikanischen Verband

Die Fans des lateinamerikanischen Teams sind Wiederholungstäter - nun muss der Verband zahlen

Fußball
Symbolbild - Fotolia

Die schwulenfeindlichen Sprechchöre seiner Fans kosten den mexikanischen Fußballverband (FEMEXFUT) nun eine empfindliche Geldstrafe. Das hat der Weltfußballverband FIFA nun in der Schweiz beschlossen.

Der deutsche Tormann wurde von den mexikanischen Fans als „Schwuchtel“ beschimpft

Beim Erstrundenmatch gegen Deutschland am Sonntag haben die Fans des mittelamerikanischen Teams den Gegner als „puto“ beschimpft, was als „Schwuchtel“ oder „Stricher“ übersetzt werden kann. Besonders Tormann Manuel Neuer soll damit gemeint gewesen sein. Bereits am Dienstag hat die FIFA bestätigt, wegen dieser Sache Ermittlungen aufzunehmen.

Die sind nun zu einem Ergebnis gekommen: Demnach hat nicht nur die Schiedsrichter die „puto“-Rufe in seinem Spielbericht festgehalten. Auch die Anti-Diskriminierungs-Beobachter, die bei jedem WM-Spiel im Stadion sind, haben diese Rufe vernommen und dokumentiert.

Einer Verwarnung des Schiedsrichtes während dem Spiel sind die Fans nur knapp entgangen

Inoffiziellen Berichten zufolge soll der Schiedsrichter auch eine Warnung über den Stadionlautsprecher vorbereiten lassen, wie es im Drei-Stufen-Plan der FIFA gegen Homophobie und Rassismus vorgesehen ist. Weil die „puto“-Rufe aber abgenommen haben, hat der Unparteiische schlussendlich darauf verzichtet.

Der mexikanische Fußballverband muss eine Geldstrafe in der Höhe von 10.000 Schweizer Franken, umgerechnet 8.700 Euro, zahlen, weil die Fans beim Match gegen Deutschland „diskriminierende und beleidigende Gesänge“ angestimmt hätten. Außerdem drohte die FIFA, dass bei erneute Vorkommnissen dieser Art weitere Strafen für die Lateinamerikaner drohen.

Einem Bericht der New York Times zufolge waren die „puto“-Rufe zum ersten Mal in der 25. Minute zu hören. In der TV-Übertragung sind die Rufe unter anderem in der 43. Minute zu erahnen. Besucher berichten in Sozialen Netzwerken, dass die Rufe im Stadion deutlicher zu hören gewesen seien als bei der TV-Übertragung.

Den Gegner als „Schwuchtel“ zu beschimpfen, hat im lateinamerikanischen Fußball Tradition

Homophobe Sprechchöre sind bei lateinamerikanischen Fußballfans weit verbreitet. Sie sind meistens vor einem Torabstoß zu hören. Bei der letzten Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien hatte die FIFA diese Rufe mexikanischer Fans allerdings nicht bestraft, weil sie im Fußball-Kontext als „nicht beleidigend“ zu werten seien.

Diese Auffassung hat sich mittlerweile geändert – wie auch die aktuelle Entscheidung des Weltfußballverbandes zeigt. Auch wurden im Vorfeld in mehreren Fällen Geldstrafen oder andere Sanktionen aufgrund von „puto“-Rufen verhängt. So war unter anderem auch Mexiko verwarnt worden, weil es auch beim Confederations Cup „puto“-Rufe der Fans gegeben hat.

Vor der Weltmeisterschaft hatte der mexikanische Fußballverband seine Fans deshalb noch einmal ermahnt, die homophoben Rufe zu unterlassen – offenbar ohne Erfolg. Nach dem Spiel baten bei der Pressekonferenz deshalb mehrere Spieler ihre Fans erneut, sich bei der WM angemessen zu verhalten.