Schwules Schwanenpaar terrorisierte Salzkammergut

Beschützerinstinkt, weil sie einen Plastikbecher ausbrüten wollten: Badegäste mussten mit Schnittwunden ins Krankenhaus

Schwäne
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Ein schwules Schwanenpaar am Grundlsee im Steirischen Salzkammergut attackierte in den letzten Wochen mehrere Menschen. Die Bezirkshauptmannschaft empfahl die Tötung der Tiere – doch das wollte der verantwortliche Bürgermeister nicht verantworten. Er fand schließlich eine Alternative, berichtet die Kleine Zeitung.

Bereits im letzten Sommer waren die Schwäne am Grundlsee aggressiv

Die beiden Schwäne seien bereits im letzten Sommer auffällig geworden: „Sie sind Leute und Boote angegangen, haben aggressive Gebärden gezeigt“, erinnert sich Franz Steinegger, ÖVP- Bürgermeister der gleichnamigen Gemeinde Grundlsee. Doch heuter hätten die Attacken „eine neue Dimension erreicht, sie haben alles, was ihnen untergekommen ist, richtig angegriffen“.

Und das nicht nur am Ufer, sondern auch im Grundlsee: „Sie haben sich auf die Schwimmer draufgeworfen, versucht, sie unterzutauchen. Das ist die größte Gefahr gewesen, denn im Wasser ist man immer Zweiter“, berichtet Bürgermeister Steinegger weiter. Einige Badegäste erlitten bei den Angriffen der Schwäne auch Schnittwunden, bis zu zehn Zentimeter lang, die im Krankenhaus genäht werden mussten.

Der Bürgermeister wollte das schwule Schwanenpaar nicht töten lassen

Die Bezirkshauptmannschaft Liezen empfahl dem Bürgermeister daraufhin, die schmerzfreie Tötung der beiden schwulen Schwäne zu verfügen, wenn es keine andere Lösung geben sollte. Doch das kam für Franz Steinegger nicht in Frage.

Er machte sich auf die Suche nach Alternativen, und wurde im oberösterreichischen Wildtierspezialist Alexander Groder schließlich fündig. Groder betreibt mit seiner Frau eine Auffangstation für Wildtiere im oberösterreichischen Vorchdorf. Er ist auf schwierige Tierrettungen spezialisiert.

So fing der die beiden Tiere vergangene Woche ein, um sie heute in ihr neues Zuhause nach Tirol zu bringen. Bei ihm verhielten sich die Tiere ruhig. „Sie waren jetzt ja in einem neuen Revier, in dem sie noch keine Grenzen abgesteckt und auch kein Nest gehabt haben“, erklärt der Experte der Kleinen Zeitung.

Wildtierexperte bestätigt: Die Schwanenmännchen sind ein Paar

Er glaubt auch, dass die beiden Tiere ein schwules Paar sind: „Es dürfte sich um zwei männliche Schwäne handeln, die in einer Beziehung leben. Einer der beiden wird vom anderen aber stark unterdrückt. Ich könnte mir vorstellen, dass die Aggressionen auch da herrühren“, sagt er den Oberösterreichischen Nachrichten.

„Man muss dazu sagen, dass sie aber durch die Badegäste auch nicht viel Ruhe gehabt haben – und außerdem ihr Nest verteidigen wollten“, fügt der Wildtierexperte hinzu. Denn die beiden Männchen haben auch fleißig gebrütet – allerdings lagen in ihrem Nest keine Eier, sondern nur ein bunter Plastikbecher. Dieser dürfte den Beschützerinstinkt der beiden Vogelmännchen geweckt haben.

Homosexualität ist im Tierreich keine Seltenheit. Es gibt nachweislich rund 1500 Tierarten, die gleichgeschlechtliche Beziehungen eingehen – von Affen über Vögel bis hin zu Fischen. Die Bandbreite reicht dabei vom Balzen über dauerhafte Paarbindungen bis hin zu Paarungsverhalten. Für Verhaltensforscher ist das ein Beleg dafür, dass Homosexualität nichts „Widernatürliches“ ist, wie von homophoben Kreisen oft behauptet wird.