Deutschland: Bundesregierung will „Homo-Heilungen“ nicht verbieten

Ist dem offen schwulen Gesundheitsminister Jens Spahn bewusst, wie viele dieser "Therapien" angeboten werden?

Plenum im Deutschen Bundestag
Deutscher Bundestag/Thomas Trutschel/photothek.net

Unter seriösen Wissenschaftlern sind „Konversionstherapien“, die versuchen, Homosexuelle zu „heilen“, verpönt. Doch verboten sind sie in den meisten Ländern der EU nicht. Und zumindest in Deutschland wird sich daran nichts ändern. Das berichtet das Online-Portal queer.de.

Gegen Diskriminierung – aber nicht für die Abschaffung dieser gefährlichen Behandlungen

So wollte Doris Achelwilm, die queerpolitische Sprecherin der Linksfraktion, in einer Kleinen Anfrage von der Bundesregierung wissen, ob diese erwägt, die „Konversionstherapien“ oder ihre Bewerbung rechtlich zu regeln – also zu verbieten. Die Antwort der Bundesregierung fiel knapp aus: „Nein.“

Allerdings betonte die Regierung in ihrer Anfragebeantwortung, dass man sich gegen „jede Form von Diskriminierung“ ausspreche und dass Homosexualität keine Krankheit sei. Daher würden gesetzliche Krankenkassen solche „Therapien“ nicht finanzieren.

Linke: Bundesregierung scheinz die Existenz solcher Therapien nicht ernst zu nehmen

Für Achelwilm ist diese Antwort der Bundesregierung enttäuschend. Diese erwecke der Linkspolitikerin zufolge den Eindruck, dass sie die Existenz solcher „Therapien“ nicht besonders ernst zu nehmen scheine.

„Sie macht keinerlei Anstalten, genauer festzustellen, wer hinter diesen fehlgeleiteten Angeboten steckt und in welchem Ausmaß sie beworben werden und stattfinden“, ärgert sich die Bundestagsabgeordnete gegenüber dem Online-Portal. Verantwortlich für ein Verbot wäre übrigens der offen schwule Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU.

Dabei werden solche schädlichen Programme auch durchaus offensiv angeboten – beispielsweise in Sachsen-Anhalt, wo im Verein „Leo“ solche „Therapien“ angeboten werden. Als Freier Träger bekommt der Verein sogar öffentliche Mittel – Versuche des Landkreises, dem ein Ende zu bereiten, scheiterten bis jetzt, unter anderem vor Gericht.

Psychologen warnen vor „Konversionstherapien“

Psychologen warnen seit Jahren, dass solche „Konversionstherapien“ keinen Nutzen, aber jede Menge Schaden bringen können. So verabschiedete der Weltärztebund im Jahr 2013 eine Stellungnahme, dass solche Behandlungen „die Menschenrechte verletzen und nicht zu rechtfertigen“ seien.

Bis jetzt sind innerhalb der Europäischen Union nur in Malta Behandlungen zur „Heilung“ von Homosexualität verboten. Dort drohen Strafen bis zu fünf Jahren Haft. In Großbritannien hat die Regierung von Premierministerin Theresa May kürzlich ein ähnliches Verbot im Rahmen ihres LGBT-Aktionsplans angekündigt.