[Galerie] So clever zeigen Aktivisten die Regenbogenflagge mitten in Moskau

Mit einem Augenzwinkern wurde dem Gesetz gegen "Homo-Propaganda" ein Schnippchen geschlagen

The Hidden Flag
The Hidden Flag

Mit einer cleveren Aktion hat eine Gruppe von LGBT-Aktivistinnen und Aktivisten auf die schwierige Situation sexueller Minderheiten in Russland hingewiesen: Weil die Regenbogenflagge in Russland als Element „homosexueller Propaganda“ verboten ist, trugen die sechs Aktivisten die Flagge einfach als einfärbige Fußball-Shirts und posierten vor bekannten Plätzen in Moskau.

Für Passanten war das Sextett einfach eine Gruppe von Fußballfans, die in den Trikots von Spanien, den Niederlande, Brasilien, Mexiko, Argentinien und Kolumbien durch Moskau spazierten. Dass diese Trikots allerdings zusammen die Farben der Regenbogenflagge ergeben, fiel den meisten Passanten wohl nicht auf.

Sechs Fans, sechs Fan-Trikots – eine Regenbogenfahne

Passenderweise trug jeder Aktivist auch noch das Shirt seiner Heimat: Die Protagonisten der Aktion waren die Spanierin Marta Márquez, Eric Houter aus den Niederlanden, der Brasilianier Eloi Pierozan Junior, Guillermo León aus Mexiko, Vanesa Paola Ferrario aus Argentinien und der Kolumbianer Mateo Fernández Gómez.

So besuchten die sechs Aktivisten unbehelligt bekannte Plätze in Moskau und ließen sich dort fotografieren. Die Bilder mit dem Hashtag „#hiddenflag“ – also „versteckte Flagge“ – wurden in Sozialen Netzwerken bald zum Renner. Die Aktion wurde von der spanischen LGBT-Vereinigung FELGTB initiiert und mit einer Agentur umgesetzt. Begleitet wurde die Aktion von einer eigenen Website.

Ein cooles und außergewöhnliches Statement für LGBT-Rechte, auch in Russland

Dort heißt es über die Motive, man habe sich „entschlossen, die Situation in Russland anzuprangern und unsere Flagge auf die Straßen des Landes zu tragen, indem wir die Tatsache ausnutzen, dass das Land die Weltmeisterschaft ausrichtet, während im Rest der Welt der Pride-Monat stattfindet. Ja, im hellen Sonnenlicht, vor den russischen Behörden, der russischen Gesellschaft und der ganzen Welt. Mit Pride.“

Sie hätten sich zuerst in Russland unwohl gefühlt, weil sie nicht gewusst hätten, was sie erwartet, berichten sie der BBC. Während ihres fünftägigen Besuchs seien sie aber immer freundlich aufgenommen worden. Allerdings ist unklar, ob die Regenbogenflagge von der Umgebung auch als solche wahrgenommen wurde.

Homophobie ist in Russland weit verbreitet und gesellschaftlich akzeptiert. So wurde bereits vor der Fußball-WM in St. Petersburg ein schwules Paar von zwei Männern krankenhausreif geprügelt. Der britische Aktivist Peter Tatchell wurde verhaftet, weil er gewaltfrei auf einem Plakat Präsident Putin kritisierte, der nichts gegen die Verfolgung sexueller Minderheiten in Tschetschenien unternehme.