Sonntag, 14. Juli 2024
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CSD Berlin: Felix Jaehn, Netta Barzilai und eine Million weitere Besucher

Die deutsche Hauptstadt freut sich schon auf den Christopher Street Day zum Jubiläum

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Am Samstag findet in Berlin der 40. Christopher Street Day (CSD) statt, in Erinnerung an die Stonewall-Unruhen in New York vor 49 Jahren. Sie gelten als Startschuss der modernen Schwulenbewegung. Der Berliner CSD steht unter dem Motto „Mein Körper – meine Identität – mein Leben!“. Prominente Gäste sind unter anderem Song-Contest-Gewinnerin Netta Barzilai und DJ Felix Jaehn.

60 Trucks, darunter auch Parteien und diplomatische Vertretungen

Die Demonstration für die Rechte sexueller Minderheiten führt traditionell vom Kurfürstendamm über den Nollendorfplatz zur Siegessäule und dann weiter bis zum Brandenburger Tor. Direkt neben Hauptbühne wird es erstmals einen eigenen Bereich für Familien mit kleinen und großen Kindern geben.

Angemeldet sind den Veranstaltern zufolge etwa 60 Trucks und 27 Fußgruppen. Darunter sind auch die LGBT-Gruppen von SPD, Linken, FDP und CDU sowie einige Bundesministerien und die Botschaften der Niederlande, Großbritanniens, Israels oder der USA.

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Auch die evangelische Kirche ist mit einem eigenen Truck vertreten

Auch die evangelische Kirche betreibt unter dem Motto „Liebe tut der Seele gut“ wieder einen eigenen Truck. Schirmherrin ist die Berliner Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, die auch auf dem Truck mitfahren wird. „Dass wir vielfältige Lebensformen wertschätzen und als bereichernd wahrnehmen, ist für uns als Christinnen und Christen selbstverständlich und eine Frucht des Evangeliums“, so Trautwein im Vorfeld.

Die israelische Botschaft hat nicht nur ihren eigenen Truck, sondern ermöglicht auch eines der Highlights des diesjährigen CSD: Gegen 19.00 Uhr wird Song-Contest-Gewinnerin Netta Barzilai auf der Hauptbühne am Brandenburger Tor auftreten. Sie hatte dieses Jahr den europäischen Gesangswettbewerb mit ihrem Anti-Mobbing-Song „Toy“ gewonnen. In den vergangenen Wochen war Netta bereits beim Tel Aviv Pride, beim Zurich Pride und beim CSD Köln aufgetreten.

Für Felix Jaehn ist es eine Premiere: Der erste CSD nach seinem Coming Out

Eine Premiere ist der CSD für den 23-jährigen Star-DJ Felix Jaehn. Er hat sich erst vor Kurzem als bisexuell geoutet. Der CSD 2018 sei deshalb für ihn „nicht nur meine Premiere auf der CSD-Bühne, sondern auch der erste, den ich erleichtert und stolz mitfeiern kann“, erklärte Jaehn. Der Norddeutsche ist auch Pate der Parade.

Neben Felix Jaehn und Netta Barzilai kündigten die CSD-Veranstalter als weitere Top-Acts Big Freedia, Eloy de Jong, Ikenna Amaechi, Maksim Reimer, Pretty Pink und Sookee an. Das Programm auf der Hauptbühne moderieren werden Annie Heger und Eybe Ahlers. Alle Künstler treten unentgeltlich auf.

Der Christopher Street Day erinnert an die Vorfälle, die um den 28. Juni 1969 in der New Yorker Christopher Street stattgefunden haben: Nach einer Polizeirazzia im „Stonewall Inn“, einer Schwulenbar, demonstrierten Schwule und Lesben gegen Polizeiwillkür. Im Jahr darauf fanden in den Vereinigten Staaten die ersten Gedenkdemonstrationen an die Unruhen statt. Der erste CSD im damaligen West-Berlin wurde im Juni 1979 mit etwa 450 Demonstranten gefeiert.