Freitag, 23. Februar 2024
HomeNewsChronikVersuchter Anschlag bei LA Pride? Sieben Jahre Haft für Verdächtigen

Versuchter Anschlag bei LA Pride? Sieben Jahre Haft für Verdächtigen

Im Auto des Angeklagten wurden Waffen und Sprengstoff gefunden

Meistgelesen

Neu auf GGG.at

Zu sieben Jahren und vier Monaten Haft ist am Donnerstag in Los Angeles ein Mann verurteilt worden, der sich mit Waffen und bombenfähigem Material in der Nähe der Los Angeles Pride aufgehalten hat – Polizisten wollten damals nicht ausschließen, dass er einen Anschlag auf die Parade geplant hat.

Es war sechs Uhr morgens am 12. Juni 2016: Nur wenige Stunden nach dem Anschlag von Orlando, bei dem der Islamist Omar Mateen in einem Nachtclub 49 Menschen getötet hatte, nimmt die Polizei von Santa Monica James Wesley Howell fest – in der Nähe jener Route, auf der wenige Stunden später die Los Angeles Pride marschiert wäre.

In seinem Auto hatte er der 22-Jährige, der aus dem US-Bundesstaat Indiana stammt, drei Sturmgewehre, Munition, Hochleistungsmagazine und zwanzig Liter explosiver Chemikalien, sowie ein Klappmesser, einen Taser, eine schwarze Kapuze, Handschellen und eine Security-Dienstmarke. Für Richter Keith Schwartz ist Howell eine potenzielle Gefahr für die Öffentlichkeit: „Ich kann mir keinen gutartigen Grund ausdenken, warum jemand mit diesen Sachen quer durchs Land fährt.“

- Werbung -

Warum er das Waffenarsenal im Auto gebunkert hat, ist bis heute unklar. Den Beamten erklärte Howell nach seiner Verhaftung lediglich, dass er auf die Los Angeles Pride gehen wollte. Vor Gericht verweigerte er die Aussage. Freunde dass er ein Waffennarr sei. Über seine eigene sexuelle Orientierung schwieg der 22-Jährige.

Seinem Exfreund Zach Hambrick zufolge war er schwul. „Er wollte nicht, dass es irgendjemand weiß“, sagte er dem Indianapolis Star. Die Beziehung der beiden sei sehr wechselhaft gewesen. „Nachdem die Dinge schlecht gelaufen sind, hat er angefangen, mir gegenüber gewalttätig zu werden“, erinnert sich sein ehemaliger Freund.

Über die Verhaftung seines ehemaligen Partners sagt Hambrick: „Es hat mich nicht überrascht. Es hat mich überhaupt nicht überrascht.“ Denn eigentlich hätte James Wesley Howell gar keine Waffen besitzen dürfen. Er wurde in Indiana bereits verurteilt, weil er eine Person mit einer Waffe bedroht hatte. Seine Bewährungshelfer sagten aus, dass ihnen der 22-Jährige nichts von seiner Waffensammlung erzählt hatte.

Die 3.500 Kilometer von Indiana nach Kalifornien soll Howell gefahren sein, weil er in seinem Heimat-Bundesstaat befürchtete, festgenommen zu werden. So soll er in seinem Auto ein zwölfjähriges Mädchen sexuell missbraucht haben. Danach soll er gedroht haben, die Familie des Mädchens, sich selbst und die Polizeibeamten zu töten, wenn er verhaftet werden sollte. Sich selbst beschrieb er als „Soziopath mit einer automatischen Waffe“.

Nun wurde James Wesley Howell in Los Angeles wegen des widerrechtlichen Besitzes und Mitführens von Sturmgewehren, einer geladenen Waffe und von zerstörerischem Material auf einer öffentlichen Straße sowie dem Besitz von zerstörerischem Material zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und vier Monaten in einem Staatsgefängnis verurteilt.