Sambia: Zwei Männer wegen Homosexualität verurteilt

Ihnen drohen bis zu 14 Jahre Haft - sie mussten sich auch menschenrechtswidrigen Anal-Tests unterziehen

Gefängnis
Symbolbild - Fotoloa

In Sambia sind zwei Männer am Freitag schuldig gesprochen worden, einvernehmlich homosexuelle Handlungen begangen zu haben. Als Beweis dafür mussten sie sich Medienberichten zufolge auch einem illegalen Anal-Test unterziehen.

Bis zu 14 Jahre Haft für „Geschlechtsverkehr gegen die natürliche Ordnung“

Das Gericht in der sambischen Kleinstadt Kapiri Mposhi sah es als erwiesen an, dass die beiden Männer im Alter von 30 und 38 Jahren schwulen Sex hatten, berichtet die Lusaka Times, eine Lokalzeitung.

Damit hätten sie sich gemäß Paragraf 155 des Strafrechts schuldig gemacht, der „Geschlechtsverkehr gegen die natürliche Ordnung“ unter Strafe stellt. Ihnen drohen nun bis zu 14 Jahre Haft, das Strafmaß wird später von einem anderen Gericht festgelegt. Die beiden Männer hatten im Prozess auf nicht schuldig plädiert.

Zeugen wollen die beiden Männer beim Sex beobachtet haben, sie plädierten auf nicht schuldig

Allerdings hatten fünf Zeugen ausgesagt, dass die Männer im letzten Jahr einvernehmlich Sex in einer nahe gelegenen Lodge gehabt haben. Vier Zeugen wollen sie dabei beim Sex beobachtet haben. Besonders glaubhaft erschien Richter Ackson Mumba dabei eine Zeugin, die die Männer dabei gesehen haben will.

Da die beiden Männer die Aussage verweigert hatten, konnten sie diesen Erzählungen nicht widersprechen. Daher seien sie ohne begründeten Zweifel schuldig zu sprechen, so der Richter weiter. „Das Gesetz ist, was es ist, und nicht das, was es sein sollte“, so der Richter mit Blick auf der Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex in Sambia.

Die Homosexualität wurde mit einem Test nachgeprüft, der wirkungslos ist und gegen Menschenrechts verstößt

Um die angebliche Homosexualität der Männer nachprüfen zu können, mussten sich die beiden Männer der Zeitung zufolge einem Anal-Test unterziehen. Dabei wird beispielsweise ein eiförmiges Objekt aus Metall in den Enddarm eingeführt. So soll festgestellt werden, ob ein Mann Analsex gehabt haben soll.

Ärzteverbände halten diesen Test allerdings für nutzlos. Er verstößt auch gegen die Anti-Folter-Konvention der Vereinten Nationen. Der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) zufolge führt er auch bei vielen Opfern zu einem „anhaltenden psychologischen Trauma“. HRW zufolge gibt es noch sieben Ländern, die diese Praxis anwenden, darunter auch Sambia.

Die Kirche in Sambia fordert, dass Homosexualität weiter unter Strafe gestellt bleibt

Das Gesetz, das Homosexualität in Sambia unter Strafe stellt, geht auf die Zeit vor der Unabhängigkeit von Großbritannien 1964 zurück und betrifft schwulen wie lesbischen Sex gleichermaßen. Allerdings gibt es keine Bestrebungen, dieses Überbleibsel der Kolonialzeit zu beseitigen.

Im Jahr 2011 forderten katholische und evangelische Kirchen, das Verbot beizubehalten, auch wenn das weniger Entwicklungshilfe bedeuten sollte. „Hilfszahlungen sollten nicht mit der Förderung der Sittenlosigkeit verknüpft werden“, so ein Sprecher der römisch-katholischen Bischofskonferenz damals.