Freitag, 23. Februar 2024
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Schwerer Psycho-Terror: Anklage gegen Schwulen-Stalker aus Bremen erhoben

Der Prozesstermin steht noch nicht fest - dem Mann drohen mehrere Jahre Haft

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Ein 30-jähriger Mann aus Bremen, der junge Schwule systematisch terrorisiert und bedroht hat, muss sich vor Gericht verantworten. Die zuständige Staatsanwaltschaft hat den Mann nun angeklagt. Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest, es gilt die Unschuldsvermutung.

Junge Schwule übers Internet ausgespäht und dann bedroht

Für Experten ist es ein in Deutschland einmaliger Fall von Hasskriminalität: Der Anklage zufolge soll der Mann vier junge Schwule über das Internet ausgespäht haben. So soll er einem Jugendlichen einen Trauerkranz in die Schule geschickt haben und für ihn eine Todesanzeige aufgegeben haben.

Außerdem fälschte er Facebook-Accounts seiner Opfer, um die Männer zu bedrohen und zu outen. Außerdem soll der 30-Jährige so in ihrem Namen Betrügereien und Erpressungen begangen haben, so die Bremer Staatsanwaltschaft. Die Opfer sahen sich dann mit einer Flut von Rechnungen, Anzeigen und Inkasso-Schreiben konfrontiert.

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Motiv für die Taten: Hass auf Schwule

Dabei dürfte es mehr als jene vier Opfer geben, deren Fälle die Staatsanwaltschaft Bremen jetzt verhandelt: Die Polizei ging zu Beginn der Ermittlungen von mehr als zahn jungen Männern aus, die der heute 30-Jährige tyrannisiert haben könnte.

Weil er aus Hass auf Schwule gehandelt haben könnte, muss er sich jetzt wegen Volksverhetzung verantworten. Außerdem wird der Bremer wegen Nachstellung, Bedrohung, Nötigung und versuchter Erpressung angeklagt. Ihm droht damit eine mehrjährige Haftstrafe.

Ein Motiv für den Prozess steht noch nicht fest

Aufgedeckt hatte den Fall letztes Jahr Radio Bremen. Doch nicht nur die Mühlen der Staatsanwaltschaft mahlen in Bremen langsam: So steht noch kein Termin für den Prozess fest. Doch für die Community ist es wichtig, dass es überhaupt zum Prozess kommt.

„Oftmals werden solche Verbrechen gar nicht erst angezeigt, und dann ist es sehr, sehr schwierig, Beweise zu finden und zu Verurteilungen zu kommen. Und das Leid dieser Personen ist unendlich groß. Und deswegen bin ich zu allem erstmal froh, dass es überhaupt zu einem Gerichtsverfahren kommt“, erklärt Christian Linker vom Bremer Rat & Tat-Zentrum für queeres Leben gegenüber Radio Bremen.