Berlin: Lesbisches Paar beleidigt und geschlagen

Weil sie Hand in Hand aus der U-Bahn-Station gingen, wurden sie zur Zielscheibe eines Homo-Hassers

Polizei Berlin
Symbolbild

In Berlin wurde am Wochenende wieder ein lesbisches Paar homophob beleidigt und geschlagen. Das berichtet die Berliner Polizei in einer Presseaussendung.

Als sie die U-Bahn verlassen, werden sie beschimpft und angegriffen

Die Tat geschah gestern, Sonntag, kurz nach 18.00 Uhr im Stadtteil Kreuzberg: Die beiden Frauen, 35 und 36 Jahre alt, gingen Hand in Hand aus der U-Bahn-Station Möckernbrücke, als sie von einem Unbekannten zunächst lesbenfeindlich beschimpft wurden.

Dann habe sie der Mann beide geschlagen, ergaben die ersten Ermittlungen der Polizei. Anschließend sei der Unbekannte in den Park am Gleisdreieck geflüchtet, wo er dann auch verschwand.

Das Paar erlitt bei dem Angriff leichte Verletzungen. Eine medizinische Behandlung lehnten die beiden Frauen dem Polizeibericht zufolge ab. Die Ermittlungen hat, wie bei allen Hassverbrechen, der Polizeiliche Staatsschutz beim Berliner Landeskriminalamt übernommen.

Schon der zweite Angriff auf ein lesbisches Paar innerhalb weniger Tage

Es ist der zweite Angriff auf ein lesbisches Paar in Berlin innerhalb weniger Tage: Am letzten Wochenende sind zwei junge Frauen in einem Bierzelt auf der Karl-Marx-Allee lesbenfeindlich beleidigt und mit einer Flasche beworfen worden. Dabei wurde ein 35-Jähriger vorläufig festgenommen.

Anders als in den meisten anderen Städten im deutschen Sprachraum werden in Berlin mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten in den Polizeiberichten öffentlich gemacht. Für die Opfer dieser Taten gibt es eigene Ansprechpartner bei der Polizei und Staatsanwaltschaft.

Einer vorläufigen Statistik der Berliner Polizei zufolge gab es letztes Jahr 161 Vorfälle im Bereich „sexuelle Orientierung“. Damit setzt sich der Anstieg aus den Vorjahren fort. Die Tatorte lagen vorwiegend in den Bezirken Mitte, Schöneberg und Neukölln.