Keine Hundemasken beim CSD: Polizei bestand auf Vermummungsverbot

Andere Teilnehmer, auch aus der Fetisch-Szene, konnten unbehelligt mitmarschieren

Sujetbild: Puppies bei der Regenbogenparade
Sujetbild - premiumPIX

Sie sind der Hingucker jeder Pride: Fetisch-Puppies mit ihren Hundemasken. Doch in Essen hat die Polizei ihnen verboten, mit ihren Masken an dem Umzug teilzunehmen. Das berichtet das deutsche Online-Portal queer.de unter Berufung auf mehrere Quellen.

Polizei forderte Petplayer und Puppies auf, ihre Masken abzunehmen

Es war gegen 13.00 Uhr, als sich die Teilnehmer der „Glück-Auf-Parade“ des Ruhr CSD am Willy-Brandt-Platz aufgestellt haben: Polizisten sollen etwa zehn bis fünfzehn Vertreter der homo- wie heterosexuellen Petplayer-Community aufgefordert haben, ihre Doggy-Masken abzunehmen – unter Verweis auf ein geltendes Vermummungsverbot.

Die Angesprochenen fügten sich schließlich den Beamten und marschierten unmaskiert auf der Parade mit. Besonders auffällig: Andere Gruppen,  auch aus dem Fetisch-Bereich, dürften von den Polizisten nicht aufgefordert worden sein, ihre Maskierung abzunehmen.

„Absurde und rechtlich unhaltbare Argumentation“

Für Frank Laubenburg, Bundessprecher der Arbeitsgemeinschaft DIE LINKE.queer ein „bundesweit einmaliger Vorgang“: „Mit einer völlig absurden und rechtlich unhaltbaren Argumentation hat die Essener Polizei verhindert, dass Mitglieder der Fetischszene mit entsprechenden Masken an der CSD-Parade teilnehmen konnten“, ärgert er sich.

Durch das Verbot sei in das „Selbstbestimmungsrecht der betroffenen Demonstrierenden“ und das Recht auf Versammlungsfreiheit „massiv eingegriffen“ worden, so Laubenburg. Er forderte eine Entschuldigung des Polizeipräsidenten: „Andernfalls droht, dass beim nächsten CSD auch Drag-Queens als Vermummte gelten und nicht mehr teilnehmen dürfen.“

Der Chef der queeren Linken ist sich sicher, dass das Vermummungsverbot am CSD nicht gilt

Denn seiner Einschätzung nach handelt es sich bei den Paraden um „hergebrachte Volksfeste“ – und bei denen gilt das Vermummungsverbot nicht. „Mit ihrer eigenwilligen Rechtsauffassung, die diese Ausnahme ignoriert, müsste die Essener Polizei demnächst wohl jeden Schützenumzug verhindern, weil dort Waffen und Uniformen getragen werden, was nach dem Versammlungsgesetz ja ebenfalls verboten ist“, ätzt der Chef der queeren Linken.

Von der Aids-Hilfe Essen, die als offizieller Veranstalter der Glück-Auf-Parade fungiert, gibt es bis jetzt keine Stellungnahme.  An der Veranstaltung, die dieses Jahr zum 15. Mal stattgefunden hat, nahmen rund 2.500 Menschen teil.