FPÖ-Stadtrat über bunte ÖBB-Familie: „Schwuchteln und Neger“

FPÖ-Multifunktinär aus Amstetten will aus Protest nur mehr Westbahn fahren

ÖBB-Vorteilskarte Familie
Alkis Vlassakakis/Facebook; ÖBB

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) bewerben die Familien-Vorteilscard derzeit mit einem gemischt-ethnischen Männerpaar mit Kind. Doch was in der Community für Anerkennung sorgt, empört einen FPÖ-Funktionär – und bewegt ihn zu einem verbalen Fehlgriff.

In der Community sorgt das Motiv für Lob und Anerkennung

ÖBB-Vorteilscard Familie

Mit der Werbung möchten die ÖBB verdeutlichen, dass die Familien-Vorteilscard „für Mütter, Väter, Partner oder Freunde, die mit Kindern unterwegs sind“ da ist. „Noch in die 2000er Jahre hinein haben wir darum gekämpft, dass die ÖBB Regenbogenfamilien anerkennt. Von der unausgesprochenen Duldung sind wir jetzt bei der offensiven Bewerbung. Es ist schön, dass wir so weit gekommen sind“, zollt der in Wien lebende Künstler Alkis Vlassakakis den Bundesbahnen seinen Tribut. So wie er denken viele Bahnfahrer – doch bei einigen FPÖ-Funktionären scheint das Motiv nicht gerade Freude ausgelöst zu haben.

So hat ein Linzer FPÖ-Gemeinderat das Bild mit dem sarkastischen Kommentar „Ist doch schön, oder?“ Nicht öffentlich auf Facebook gestellt. Dafür gab es von seinen 2.300 Freunden Kommentare wie „Krank“, „Echt jetzt?“ oder „Silberstein ist überall“, berichtet der Standard.

Ein FPÖ-Funktionär will deshalb nur mehr Westbahn fahren

Bruno Weber, ein Parteikollege aus Amstetten, der für die FPÖ auch hochrangige Positionen in AK und GKK innehat, hat das Bild daraufhin ebenfalls geteilt – mit dem Kommentar: „Meine ÖBB Vorteilscard werde ich nun definitiv nicht verlängern statt dessen mit der Westbahn fahren. Das ist doch nicht normal! 2 vermeintliche Schwuchteln m Baby und davon noch ein Neger. Mir grausts…“

Doch mit dieser Meinung ist der FPÖ-Stadtrat von Amstetten nicht alleine: FMpolitics, eine rechte Seite, die von Facebook schon mehrmals gesperrt wurde, rief ebenfalls zum Boykott der ÖBB auf – und dazu, den Bundesbahnen auf ihren Social-Media-Auftritten „seine Meinung (bitte höflich) kundzutun“.

Die FPÖ schweigt zu dem Kommentar ihres Funktionärs, die SoHo fordert seinen Rücktritt

Eine Anfrage des Standard an die FPÖ Amstetten, was diese über den Kommentar ihres Spitzenfunktionärs denkt, blieb unbeantwortet.

Für Norbert Payr von der SoHo Niederösterreich stellt sich die Frage nach Konsequenzen seitens der FPÖ: „Dieses Posting spricht Bände über das Weltbild von Stadtrat Weber: Es war nicht nur eine Beleidigung für homosexuelle Paare und Familien, sondern auch eine widerliche und rassistische Aussage.“ Man verlange deshalb den Rückzug des Stadtrats aus der GKK.


Hinweis: In einer früheren Version des Artikels war zu lesen, dass Bruno Weber Gemeinderat von Amstetten ist Wir bitten um Entschuldigung.