Rosalila PantherInnen sollen für Landeswappen 300 Euro Strafe zahlen

Steirische LGBT-Organisation soll das Landeswappen unbefugt verwendet haben, findet das Magistrat

Rosalila PantherInnen
Screenshot: Rosalila PantherInnen

Weil eine Abbildung auf ihrer Homepage dem steirischen Landeswappen unbefugt zu ähnlich sehen soll, hat das Magistrat der Landeshauptstadt Graz die Rosalila Patherinne (RLP), die größte LGBT-Organisation des Landes, abgestraft.

Wenn es um den steirischen Panther geht, versteht man im Magistrat keine Ironie

Das Wappen der Steiermark ist „in grünem Schild der rotgehörnte und gewaffnete silberne Panther, der aus dem Rachen Flammen hervorstößt“ – so steht es in der Landesverfassung. Übrigens eine zensierte Version: Im historischen Wappen züngeln die Flammen auch aus Körperöffnungen unterhalb der Gürtellinie…

Auf ihrer Homepage haben die PantherInnen ihre eigene, ironisch gemeinte Wappenversion – mit einem rosaroten Panther, und als Helmzier wurde der traditionelle Herzogshut ebenfalls pink und lila eingefärbt. Doch das stößt dem Grazer Magistrat auf.

Weil das Wappen auf der Website dem offiziellen Landeswappen zu ähnlich sehe und das eine Verwaltungsübertretung ist, bekamen die RLP eine Strafe von 300 Euro aufgebrummt. Pikant dabei: Der Verein wird sowohl von der Stadt Graz als auch vom Land Steiermark gefördert.

„Offenbar wollte im Grazer Magistrat jemand ‚die Warmen‘ schikanieren“

„Wir haben einen heißen Sommer und offenbar wollte im Grazer Magistrat jemand ‚die Warmen‘ schikanieren. Fehlt nur noch, dass wir bestraft werden, weil wir auf der Homepage beim Impressum auch das Logo des Landes Steiermark verwenden, weil dies in Subventionsrichtlinien vorgesehen ist. Wenn die Behörden da nicht einsichtig sind, trete ich meine Ersatzhaftstrafe an und gehe ins Gefängnis. Das wird zur Zeit des EU-Ratsvorsitzes einen tollen Eindruck machen, wie im Menschenrechtsjahr 2018 in der Menschenrechtsstadt Graz mit dem Recht auf freie Meinung einer Homosexuellen-NGO umgegangen wird“, ärgert sich Vereinssprecher Joe Niedermayer.

Mittlerweile haben die Aktivisten der RLP diese Strafe durch eine Spendenaktion zusammengesammelt. Der Betrag von 300 Euro war nach wenigen Stunden übertroffen. Beim Magistrat versucht man trotzdem, dass der Strafbescheid aufgehoben wird. Das gesammelte Geld möchten die PantherInnen dann dem Verein Queer Base übergeben, der sich um LGBT-Geflüchtete kümmert.