Gegen Lesben und Schwule gehetzt: 2000 Euro Geldstrafe

Das Strafmaß wurde für den 31-jährigen Russlanddeutschen reduziert

Justitia
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Weil er auf Facebook gegen Lesben und Schwule gehetzt hatte, ist ein 31-jähriger Russlanddeutscher vom Amtsgericht Pforzheim wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe in der Höhe von 2.000 Euro verurteilt worden. Das berichtet das Mühlacker Tagblatt.

„Bald stehen die Missgeburten vor unserer Haustür“, schrieb er auf Facebook

Der in Kasachstan geborene Angeklagte präsentierte sich auf Facebook als letztes Bollwerk gegen das „Pack“ – und damit meinte er Lesben und Schwule. „Wie weit soll das noch gehen? Wir müssen was dagegen tun. Bald ist es zu spät. Bald stehen die Missgeburten vor unserer Haustür“, zitierte die Staatsanwaltschaft aus den Hassbotschaften des 31-Jährigen.

„Ich habe probiert, etwas zu ändern, ich wurde aber falsch verstanden“, erklärte der Russlanddeutsche am Donnerstag kleinlaut vor Gericht. Mittlerweile habe er sich, sagte er dem Richter, vollkommen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und auch das Posting auf seinem Facebook-Account gelöscht. Weil der Angeklagte in den letzten zwei Jahren wirklich nicht mehr aufgefallen ist, berücksichtigte der Richter diesen Punkt in der Strafbemessung.

Die Schuld blieb unbestritten, das Strafmaß wurde reduziert

Denn ursprünglich hätte der 31-Jährige für seine homophonen Ausfälle sogar 9.000 Euro zahlen sollen: Die Staatsanwaltschaft forderte eine Strafe von 150 Tagessätzen zu je 60 Euro. Dagegen hat der Mann Widerspruch eingelegt. Der Richter reduzierte diese Strafen dann auf 100 Tagessätze zu je 20 Euro – auch, weil er der Alleinverdiener seiner Familie ist.

„Manchmal ist es gut, wenn etwas länger zurückliegt und seitdem nichts mehr passiert ist“, so der Richter. Die Strafe liege „sehr moderat“ über die Mindeststrafe von drei Monaten Haft, die umgerechnet 90 Tagessätzen entspricht.

Vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs im engen Familienkreis wurde der Mann freigesprochen

Freigesprochen wurden der Angeklagte und seine Frau von einem anderen Vorwurf: Sie mussten sich auch wegen sexuellen Missbrauchs im engen Familienkreis verantworten. Doch das Gericht wertete die Vorfälle nicht als strafbare sexuelle Handlungen, sondern eher als Blödelei, Spaß oder Geschmacklosigkeit.

Der Angeklagte hat auf Rechtsmittel verzichtet, die Staatsanwaltschaft hat noch keine Erklärung abgegeben. Das Urteil ist deshalb noch nicht rechtskräftig.