Model tötet Lehrer beim Sex: Nun sagt die Freundin des Angeklagten aus

Eine Beziehung soll der 29-Jährige getötet haben, die andere verhilft ihm zur Flucht

Brandenburger Tor
Visit Berlin - CC BY-NC-ND 2.0

Gestern wurde vor dem Landgericht Berlin weiter der Tod des Fremdsprachenlehrers Martin B. verhandelt: Der 35-Jährige wurde im Jänner tot in seiner Wohnung in Berlin-Charlottenburg entdeckt, die Hände waren mit weißem Kabel auf den Rücken gefesselt.

Neben seiner Beziehung mit dem Lehrer hatte Nicolas K. auch eine Beziehung mit einer Lehramtsstudentin

Dringend tatverdächtig ist das französische Fotomodel Nicolas K., mit dem der Lehrer eine Beziehung gehabt haben soll. Nicht die einzige, wie sich später herausstellte. Denn seit Dezember 2017 war Nicolas K. auch in einer Beziehung mit Marlene W., einer 24-jährigen Lehramtsstudentin.

Sie lebten zusammen, ihr gestand der 29-Jährige, dass er den Lehrer getötet hatte, und mit ihrer Bankomatkarte wurde das Ticket gekauft, mit dem das Model nach Frankreich fliehen konnte. Deshalb ist Marlene W. nun wegen Strafvereitelung angeklagt. Einen Strafbefehl über 1.200 Euro deshalb lehnte sie ab.

Die Freundin sah auf dem Handy des Angeklagten ein Foto des toten Mannes

Gestern, Dienstag, machte sie ihre Aussage im Mordprozess: Ihr sagte Nicolas K., bei einer Schlägerei einen Menschen getötet zu haben. „Sie sagte, dass sie ein Foto auf dem Handy von einem toten Mann gesehen habe und musste sich übergeben. Sie verabscheue Gewalt“, erinnerte sich ein Beamter der Kriminalpolizei bei seiner Zeugenaussage.

Trotzdem verhalf sie Nicolas K. zur Flucht: Fünf Tage nach der Tat kaufte sie ihm mit ihrer Bankomatkarte ein Bus-Ticket nach Paris. In Frankreich wurde auch ein Laptop, der aus der Wohnung des Lehrers verschwunden war, in Betrieb genommen.

Die Busfahrkarte für die Flucht nach Frankreich hatte der Angeklagte von seiner Freundin

So kam die Polizei dem Model auf die Spur: Am 7. Februar wurde ein Haftbefehl gegen den 29-Jährigen erlassen. Seit 7. August wird der Tod des Lehrers vor Gericht verhandelt, ein Urteil soll am 14. September fallen. Für Nicolas K. gilt die Unschuldsvermutung.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass drei Mordmerkmale erfüllt sind – Heimtücke, Habgier und Ermöglichung einer Straftat. Der Lehrer habe sich „in Erwartung sexueller Handlungen“ die Hände freiwillig mit dem Kabel auf den Rücken fesseln lassen. Diese Situation soll das Model ausgenutzt und den Mann ermordet haben, ist der Staatsanwalt überzeugt. Anschließend soll der Angeklagte Laptops und ein iPhone des Lehrers gestohlen und dann verkauft haben.