[Video] Kein schwul-lesbisches Duell bei den Wiener Grünen

Bundesraätin Ewa Dziedzic will nicht Spitzenkandidatin der Grünen für die Wiener Gemeindesratswahl werden

Ewa Dziedzic
Die Grünen

Kein schwul-lesbisches Duell wird es bei der Wahl zum Spitzenkandidaten der Wiener Grünen für die Gemeindesratswahl 2020 geben. Ewa Dziedzic, Bundesrätin und Bundessprecherin der Grünen Andersrum, hat heute angekündigt, nicht zu kandidieren.

Dziedzic konzentriert sich lieber auf den Neustart im Bund und kritisiert parteiinternen Wahlkampf

Dziedzic war in der Vergangenheit immer wieder als Kandidatin genannt worden, Freitagvormittag sagte sie in einer auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft an. „Mir fehlen die Ressourcen“, so die Bundesrätin, die im letzten Dreivierteljahr „sehr viel in die Verabschiedung der alten Grünen“ sowie die „Weichenstellung für einen Neustart“ investiert habe.

Dziedzic arbeitet aktuell an einem „neuen Leitbild für eine progressive Partei in Österreich“, wie sie weiter sagte. Ein parteiinterner Wahlkampf um den Spitzenplatz bei der Wien-Wahl habe nicht den „Weitblick für eine inhaltliche Neuausrichtung“, so Dziedzic.

Wiederkandidatur von Maria Vassilakou gilt als unwahrscheinlich

Vor wenigen Tagen gab Peter Kraus, offen schwuler Gemeinderat und Wien-Sprecher der Grünen Andersrum bekannt, sich als Spitzenkandidat zu bewerben. Am Donnerstag gab Klubobmann David Ellensohn seine Kandidatur bekannt.

Ob die amtierende Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou noch einmal kandidiert, gilt als unwahrscheinlich – Peter Kraus gilt als ihr Protegé, er war jahrelang ihr Büroleiter und gilt bei den Wiener Grünen als gut vernetzt. Bei der Wien-Wahl 2010 wurde Kraus Bezirksrat für die Brigittenau, seit 2015 ist er im Gemeinderat – er soll bei den Wiener Grünen den Generationswechsel einläuten.

Peter Kraus möchte als Spitzenkandidat einen Generationenwechsel bei den Wiener Grünen einläuten

Politisch vorzuweisen hat der 31-Jährige noch nicht viel – dafür hat er eine Vorstellung, wie sich die Grünen positionieren sollten: „Wir müssen aufhören, halbmutige Antworten zu geben, und beginnen, fundamentale Lösungen zu präsentieren.“ Das bedeute für Kraus, nicht über einzelne Radwege zu diskutieren, sondern ein verkehrs- und stadtplanerisches Gesamtkonzept zu entwickeln. „Wir brauchen größere Visionen, etwa als Stadt bis 2030 CO2-neutral zu werden.“

Jetzt geht es darum, Unterstützungserklärungen zu sammeln

Bis 4. September haben Interessenten noch die Möglichkeit, sich um die Spitzenkandidatur zu bewerben. Wer allerdings wirklich zur Wahl bei der grünen Landesversammlung Ende November antreten will, braucht dafür noch eine gewisse Anzahl an Unterstützungserklärungen.

Hundert Unterstützungserklärungen sind dabei für relativ neue Personen nötig. Erfahrene Mandatare, die bereits zwei Perioden absolviert haben, müssen 200 Stimmen sammeln. Mindestens die Hälfte der Unterstützer müssen jeweils Parteimitglieder sein.