Homophobes Facebook-Posting könnte FPÖ-Stadtrat den Job kosten

Sein Arbeitgeber hat Bruno Weber dienstfrei gestellt, auch eine Anzeige gegen den Politiker liegt vor

ÖBB-Vorteilskarte Familie
Alkis Vlassakakis/Facebook; ÖBB

Ein rassistisches und homophobes Facebook-Posting über die Familien-Vorteilskarte der ÖBB könnte einen FPÖ-Multifunktionär nun seinen Hauptjob kosten. Wie die Tageszeitung Kurier berichtet, hat die Firma Bruno Weber, der dort als Betriebsratsvorsitzender tätig ist, dienstfrei gestellt.

Dem FPÖ-Politiker „graust“ vor einer multiethnischen Regenbogenfamilie

Nebenbei sitzt Weber für die FPÖ im Amstettner Stadtrat, der niederösterreichischen Arbeiterkammer und der Gebietskrankenkasse. Doch trotz der umfassenden politischen Erfahrung kommentierte er über ein Werbesujet der ÖBB, das ein vermeintlich gleichgeschlechtliches Paar mit Kleinkind zeigt, auf Facebook mit „Schwuchteln“ und „Neger“ kommentiert und „mir graust“.

Später ruderte Weber zurück. „Ich habe wirklich nichts gegen Homosexuelle oder Andersfarbige. Jeder soll so leben, wie er möchte. Es ging mir nur um den Begriff der Familie.“, betont er auch im Gespräch mit der Tageszeitung. Seine Reaktion auf Facebook bezeichnet er heute als „unangebracht und aufgrund der verwendeten Begriffe inakzeptabel“.

„Ich hab wirklich nichts gegen Homosexuelle oder Andersfarbige“

Ihm sei als „konservativer Mensch und Familienvater“ das „traditionelle Familienbild einfach wichtig“. Deshalb habe ihn das Motiv „so gewurmt“. „Dass Worte so viel anrichten können, hat mich tief geschockt“, sagt er jetzt dem Kurier. Er kündigte außerdem an, noch diese Woche 1.500 Euro an den gemeinnützigen Verein „Licht für Kinder“ zu übergeben. Eine Spende an Organisationen, die sich gegen rassistische oder homophobe Diskriminierung einsetzen, hat Weber nicht vorgesehen.

Nun zieht auch Webers Arbeitgeber, ein großer international tätiger Industriebetrieb im Bezirk Amstetten, Konsequenzen aus dem Verhalten seines Betriebsratsvorsitzenden. Man habe Weber dienstfrei gestellt. „Man will mich gerichtlich kündigen. Und das nach fast 30 Dienstjahren“, ist der FPÖ-Politiker verzweifelt. Nun soll, wie bei Betriebsräten üblich, eine Tagsatzung beim Arbeitsgericht über die Rechtmäßigkeit der Dienstfreistellung urteilen.

Doch das ist nicht der einzige Ärger, den Weber wegen seines Facebook-Postings hat: Er wurde deshalb bei der Staatsanwaltschaft Linz angezeigt. Diese könnte ihn bei einem ausreichenden Tatverdacht beispielsweise wegen Verhetzung anklagen. In den nächsten Tagen soll er deshalb vom oberösterreichischen Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) befragt werden. Es gilt die Unschuldsvermutung.