Dänemark erlaubt schwulen Männern die Blutspende

Nur vier Monate Enthaltsamkeit notwendig - und die entfällt bei einer monogamen Beziehung

Blutkonserven
Symbolbild - Rotes Kreuz

Dänemark lockert seine Bestimmungen zur Blutspende von schwulen und bisexuellen Männern. Wie Gesundheitsministerin Ellen Trane Nørby letzte Woche bekanntgegeben hat, können ab nächstem Jahr Männer, die Sex mit Männern haben, unter bestimmten Voraussetzungen Blut spenden.

Risikoverhalten als Ausschlussgrund: Keine Wartezeit für schwule Männer in monogamen Beziehungen

Zu den Bedingungen für eine Blutspende gehört, dass die Spender in den vier Monaten vor der Spende keinen Sex mit Männern gehabt haben – mit einer Ausnahme: „Wenn man in einer monogamen Beziehung lebt, soll die Blutbank sagen können, dass die viermonatige Quarantäne nicht notwendig ist. Denn dann liegt kein riskantes sexuelles Verhalten vor“, sagte die Ministerin der Tageszeitung Politiken.

Damit tragen die neuen Regeln dem Prinzip Rechnung, dass Risikoverhalten und nicht die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe bei der Blutspende bewertet werden sollen. Die viermonatige Latenzperiode erklärt sich dadurch, dass viele HIV-Tests eine Infektion drei Monate nach der Ansteckung sicher entdecken können.

Sichere Blutspende und faire Bedignungen für Blutspender

„Die Behörde für Patientensicherheit hat ein Modell gefunden, das unserer Meinung nach sicher ist, und deshalb werden wir es in Dänemark einführen. Alle Sicherheitsmechanismen in unserem Blutspendesystem basieren auf Vertrauen und wir haben einige sehr fortgeschrittene Tests, um das Blut zu untersuchen“, so Nørby gegenüber dem Dänischen Rundfunk DR.

Die Änderung soll im Laufe des Jahres 2019 in Kraft treten. Sie hat lange Zeit auf sich warten lassen – bereits seit Jahren gab es eine politische Mehrheit, die forderte, die derzeit gültigen Regeln zu ändern: Zur Zeit dürfen schwule und bisexuelle Männer in Dänemark – wie auch in Österreich – kein Blut spenden.

Allerdings wurde die Behörde für Patientensicherheit erst letztes Jahr damit beauftragt, ein Modell zu entwickeln, wie die Regeln für eine sichere Blutspende modernisiert werden könnten. „Ich bin sehr zufrieden, dass wir ein Model gefunden haben, um das dänische Blutspendesystem zu modernisieren und damit etwas für die Gleichbehandlung zu tun“, so Nørby.