Grindr will an die Börse

Die chinesische Mutterfirma überlegt einen Einstieg der Dating-App auf den Kapitalmarkt

Grindr
Symbolbild - Montage: GGG.at

Die schwule Dating-App Grindr will an die Börse. Das berichtet unter anderem der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg.

Chinesische Inhaber wollen ihr Engagement zu Geld machen, wenn der Zeitpunkt passt

Demnach will der chinesische Spielekonzern Beijing Kunlun Tech Co., dem Grindr seit 2016 mehrheitlich gehört, die beliebte Dating-App zu einem noch nicht näher bezeichneten Zeitpunkt an den Börsen platzieren. Das teilte der Konzern nun mit. Der genaue Zeitpunkt des Börsengangs werde durch behördliche Genehmigungen und die Bedingungen auf dem Kapitalmarkt bestimmt, heißt es in einem Börsenbrief.

„Das Listing von Grindr wird keinen großen Einfluss auf die Umsätze und Gewinne der Gruppe haben“, heißt es im von Kunlun veröffentlichten Börsebrief: „Unterdessen kann Grindr eine eigenständige und direkte Möglichkeit zur Finanzierung bekommen, was seine Expansion und langfristige Entwicklung unterstützen kann.“

Kunlun, das sich im Jänner 2016 für 93 Millionen Dollar mit 61,5 Prozent an der Firma hinter Grindr beteiligt hat, hat im Mai 2017 für 152 Millionen Dollar die restlichen 38,5 Prozent des schwulen Dating-Giganten übernommen.

Die größte Dating-App für schwule und bisexuelle Männer

Grindr gilt als größte Dating-App für Männer, die Sex mit Männern haben. Pro Tag nutzen drei Millionen Männer die Plattform. Sie haben nach Angaben der Firma 2017 jeden Tag 228 Millionen Nachrichten und 20 Millionen Fotos versendet. Die meisten User hat Grindr in den USA und in Europa. Das Unternehmen wurde 2009 von Joel Simkhai gegründet.

Zuletzt hat der norwegische Konsumentenschutz gegen Grindr ermittelt: Das Unternehmen habe nationale Datenschutzgesetze verletzt, so der Vorwurf: So teile Grindr persönliche Daten wie sexuelle Vorlieben oder den HIV-Status ohne explizite Einwilligung mit Dritten. Grindr entgegnete, dass das Teilen von Daten zu diesem Zeitpunkt üblich war und die Privatsphäre der User ausreichend schütze.

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