[Video] Song Contest 2019 soll in Tel Aviv stattfinden

Kleinere Halle, aber bessere Bedingungen für die Produktion und die Fans

Netta
EBU/Andres Putting

Der 64. Song Contest soll in Tel Aviv stattfinden. Das hat die Europäische Rundfunkunion (EBU) als Veranstalter mitjeteilt. Die israelische Küstenstadt hat sich damit gegen Jerusalem durchgesetzt. Eilat am Roten Meer und Haifa, die den Song Contest ebenfalls ausrichten wollten, sind schon früher aus der Kandidatenliste ausgeschieden.

Am 18. Mai findet das Finale in der Tel Aviv Expo statt

Die Bühne soll im Kongresszentrum Tel Aviv Expo im Norden der Stadt aufgebaut werden. Der größte von sieben Pavillons kann nach Angaben der Stadt bis zu 9000 Zuschauer fassen. Eine Vorgabe der EBU lautete zuletzt eine Einrichtung mit Platz für rund 10.000 Zuschauer.

Israel richtet den Song Contest 2019 aus, da dieses Jahr die israelische Sängerin Netta mit ihrem Song „Toy“ den Bewerb in Portugal gewonnen hatte. Termin für das große Finale ist der 18. Mai, die beiden Semifinale finden zwei und vier Tage davor statt.

Sabbatruhe als Problem für die Proben vor dem Finale am Samstagabend

Jerusalem als Austragungsort war von vielen Beobachtern kritisch gesehen worden, da der bunte und farbenfrohe Bewerb und seine Fans in der religiös und konservativ geprägten Stadt zu zusätzlichen Spannungen führen hätte können. Auch ist Tel Aviv liberaler, was Proben am Sabbat, dem jüdischen Ruhetag, betrifft.

Nach jüdischem Religionsgesetz ist an dem Tag, der von Sonnenuntergang am Freitag bis zum Sonnenuntergang am Samstag dauert, jegliche Arbeit verboten. Der stellvertretende Gesundheitsminister Jakov Litzman hatte bereits gefordert, durch die Vorbereitungen des Wettbewerbs dürfe der Sabbat nicht verletzt werden.

Bürgermeister von Tel Aviv sichert auch den Fans reibungslose Abläufe zu

Der Bürgermeister von Tel Aviv, Ron Chuldai, soll bereits zuvor zugesichert haben, dass das Kongresszentrum im Norden der 430.000-Einwohner-Stadt als Veranstaltungsort durchgängig genutzt werden könne. Zudem werde es in der Stadt auch am Sabbat öffentlichen Nahverkehr geben.

In der letzten Woche hatte es erneut Unstimmigkeiten zwischen der EBU und der israelischen Regierung gegeben. Die EBU fordert von der Regierung unter anderem, dass Visa ohne Prüfung der politischen Ansichten vergeben werden. Israel hat aber schon im Jänner bestimmt, dass Aktivisten bestimmter Organisationen, die zu einem Israel-Boykott aufrufen, die Einreise verweigert werden soll.

Immer wieder gibt es dieses Jahr kleinere oder größere Störfeuer bei der Organisation

Doch das scheint die EBU nicht beeindruckt zu haben: „Wir erwarten, in dieser Woche Garantien vom Ministerpräsidenten zu erhalten bezüglich der Sicherheit und der Bewegungsfreiheit für jeden, der zu der Veranstaltung kommt“, betonte Frank-Dieter Freiling, Vorsitzender der ESC-Referenzgruppe.

Streitigkeiten gab es auch zwischen der israelischen Regierung und dem Fernsehsender KAN um die Kosten des Bewerbs. Diese betragen etwa 24 Millionen Euro – was das Budget des Senders, der erst im letzten Jahr gegründet wurde, deutlich übersteigen würde. Der Sender erwartet deshalb, dass die Regierung die Verantwortung für die grundlegende Finanzierung der Veranstaltung übernehme, hieß es.