Wien: Lesbische Liebe endete tödlich

31-Jährige soll ihre Partnerin erdrosselt haben - über die Gründe herrscht Rätselraten

Polizei (Österreich)
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Das tragische Ende einer lesbischen Liebe erschüttert derzeit Wien: Eine 31-jährige Wienerin hat nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen ihre 25 Jahre alte Partnerin erdrosselt. Nach Angaben der Polizei hat die Frau die Tat gestanden. Die Umstände sind noch unklar, es gilt die Unschuldsvermutung.

Die gemeinsame Nacht im Hotel endete mit einem Drama

Die 31-jährige Jennifer und ihre sechs Jahre jüngere Freundin Sarah, die jeweils eigene Wohnungen in Wien hatten, checkten am Freitag für eine gemeinsame Nacht in dem Hotel in Wien-Favoriten ein. Berichten zufolge führten sie eine On-Off-Beziehung, trafen sich immer wieder in Hotels, um dort eine Nacht gemeinsam zu verbringen.

Am Samstag, kurz vor 10.00 Uhr, kam die 31-Jährige zur Rezeption und bat um Hilfe, weil es ihrer Freundin nicht gut gehe. Minuten später waren Rettung und Polizei in Zimmer 340 des Favoritner Hotels. Sie fanden auf dem Boden des Hotelzimmers die Leiche von Sarah, die aus dem 55.000 Einwohner zählenden Ort Hilden bei Düsseldorf stammte und erst seit wenigen Jahren in Wien lebte.

Vermutlich wurde die 25-jährige Sarah mit dem Gürtel eines Bademantels erdrosselt

Über den Körper der 25-Jährigen war eine Decke gelegt, auf ihrem Hals waren Würgemale. Die Obduktion ergab, dass Sarah „durch Verwendung eines Werkzeugs“ erdrosselt wurde – vermutlich mit dem Gürtel des Hotel-Bademantels. Nähere Untersuchungen dazu laufen noch. Der Tod dürfte zwischen Freitag um 11.00 Uhr und Samstag um 10.00 Uhr eingetreten sein.

Ein stichhaltiges Motiv für die Tat konnte die Polizei noch nicht ausmachen. Die 31-Jährige machte in den stundenlangen Einvernahmen einen sehr verwirrtem Eindruck, so Polizeisprecher Paul Eidenberger gegenüber dem ORF Wien.

„Ich liebe sie noch immer“, sagte Jennifer der Polizei

Offenbar begann Jennifer erst mit der Polizei zu reden, als ihre Anwältin anwesend war. Dabei soll sie unter Tränen die Tat gestanden haben. „Ja, ich habe es getan. Es tut mir leid“, zitiert sie die Kronen Zeitung. Und sie fügte hinzu: „Ich liebe sie noch immer“

Angeblich soll sie bei der Einvernahme auch davon gesprochen haben, dass sich Pharmafirmen gegen sie verschworen hätten. Ihre Angaben sollen wirr und widersprüchlich gewesen sein. „Für uns gilt die Frau als verwirrt“, so ein Polizeisprecher gegenüber der Tageszeitung Heute.

Zeitungsberichten zufolge fand am Wochenende in dem gleichen Hotel ein Casting für die RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ statt. Das bestätigte ein Polizeisprecher dem ORF Wien, er betonte aber, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Verbrechen und dem Casting, die Frauen nahmen nicht daran teil.