Anti-Trans-Gesetz: Heftige Kritik von Cher und Laverne Cox

Promis stellen sich gegen die Pläne der US-Regierung Trans-Menschen völlig zu ignorieren

Cher
David Carroll - CC BY-SA 2.0

Für laute Proteste sorgen die Pläne der US-Regierung, Trans- und Intersexualität praktisch zu verbieten. So hat das Gesundheitsministerium ein Memo ausgearbeitet, nach dem das Geschlecht künftig als unveränderlich gelten soll – festgelegt würde es bei der Geburt anhand der Genitalien.

Scharfe Kritik von LGBT-Aktivisten: Der Erlass sei „zerstörerisch“

„Die Trump-Pence-Regierung versucht, LGBTQ den Schutz der Bürgerrechtsgesetze zu entziehen und Antidiskriminierungsgesetze zu unterhöhlen“, erklärt Chad Griffin, der Vorsitzende der größten amerikanischen LGBT-Organisation Human Rights Campaign (HRC). Die enge Definition von Geschlecht durch das Memo sei ein „direkter Anschlag auf LGBTQ“, so Griffin empört. Er nannte den Erlass „zerstörerisch“.

LGBTI-Aktivisten riefen auch Sympathisanten auf, sich gestern in Pink, Blau und Weiß, den Farben der Trans-Flagge zu kleiden und so ihre Unterstützung zu zeigen. „Trans-Personen haben Angst. Die Regierung richtet sich mit jedem möglichen Schritt gegen sie“, erklärte die Bürgerrechtlerin Sarah Warbelow der New York Times.

Cher kämpft für ihren transsexuellen Sohn Chaz

Auch Prominente sind besorgt über die Pläne der Regierung. „Wird mein Sohn in ein Internierungslager geschickt, um mit Latino-Kindern zu leben und in Käfigen gehalten zu werden, wo sie Amerika nicht sehen kann?“, fragt Pop-Ikone Cher, dessen Sohn Chaz Bono selbst ein Trans-Mann ist, provokativ über Twitter.

„Mein geliebter Sohn Chaz ist ein ehrenwert, mutig, witzig und talentiert, ein besorger Bürger, es ist eine Freude, mit ihm zusammen zu sein, er kümmert sich um alle Menschen. Er hat sich Respekt verdient, wie alle Trans-Personen. Trump hat keine Ahnung von einem Minimum an Anständigkeit“, so Cher weiter.

Das Verbot sei „ein kleines Geschenk für die kleingeistige Basis“ von Trump

Chaz Bono selbst twitterte: „Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, die Wut auszudrücken, die ich gegenüber einer Regierung fühle, die versucht, mich außerhalb meiner Existenz neu zu definieren. Nur ein kleines Geschenk für seine kleingeistige Basis, die Angst vor der Diversität hat, die Amerika immer außergewöhnlich gemacht hat.“

Schauspielerin Laverne Cox, selbst eine Trans-Frau, erklärte auf Twitter: „Wir dürfen den Kampf nicht aufgeben. Aber angesichts dieses Affronts gegen meine Existenz und der Existenz meiner Community habe ich mich zu Liebe entschlossen, nicht zu Furcht. Es gibt uns und es hat uns immer gegeben“, so Cox auf Twitter.

Auf Twitter hat sich unter dem Hashtag „#WontBeErased‘ (Wird nicht ausgelöscht) breiter Widerstand gegen die Pläne des Ministeriums formiert. Schauspielerin Alyssa Milano erinnert zum Beispiel daran, dass Trans-Personen auch wählen gehen: „Trans-Personen sind Menschen. Und sie gehen wählen“, so die 45-Jährige.

LGBT-Promis rufen dazu auf, im November LGBT-freundliche Kandidaten zu wählen

Und Bobby Berk, der durch die Netflix-Serie „Queer Eye“ bekannt wurde, fordert seine Fans über den Kurznachrichtendienst auf, sich bei ihren Senatoren und Kongressabgeordneten zu beschweren – und wählen zu gehen, vor allem für LGBTI-freundliche Kandidaten.

„Trans-Rechte sind Menschenrechte“ steht auf einem T-Shirt, das die britische Schauspielerin Emma Watson auf einem Twitter-Foto trägt. Sie verlinkt in dem Tweet auf einige LGBTI-Organisationen. Die 28-Jährige kämpft bereits seit Jahren auch für die Rechte sexueller Minderheiten.

Eine andere Userin twitterte: „Transrechte sind Menschenrechte und wenn du nicht glaubst, dass sie zu uns kommen und uns unsere Identität nehmen, unser Recht, vielleicht sogar unser Leben, wach verdammt noch mal auf. Wir kämpfen, wir kämpfen schon lange, und wir brauchen dich. Wir brauchen alle.“