Eier geworfen und Gäste beleidigt: Angriff auf Berliner Schwulenbar

"Das war kein Dumme-Jungen-Streich", ist sich der Betreiber der Bar sicher

Berlin: Nollendorfplatz
Standardizer/Wikimedia - CC BY-SA 3.0

Eine böse Halloween-Überraschung gab es am Mittwochabend im „Hafen“, einer beliebten Schwulenbar in der Berliner Motzstraße. Unbekannte warfen Eier in die Bar und beleidigten die Gäste schwulenfeindlich.

Unbekannte warfen Eier in die Bar, beschimpften die Gäste und verschwanden in die Nacht

Dem Polizeibericht zufolge haben die Männer gegen 22.30 Uhr die Tür der Bar aufgerissen, mehrere Eier in den Schankraum geworfen und die Gäste beleidigt. Danach konnten die Pöbeln unerkannt entkommen.

Während die Polizei von zwei Tätern ausgeht, berichtet Gastwirt Uli Simontowitz dem Mannschaft Magazin, dass es sich um sechs Männer gehandelt haben soll. Sie waren zwischen 20 und 30 Jahre alt, einige vermummt, andere bärtig.

Durch die Eier wurden die Kleidung einiger Gäste sowie das Lokal verschmutzt. Als die Beamten eintrafen, um die Anzeige aufzunehmen, hatte das Personal das Lokal bereits wieder sauber gemacht.

Auch die Berliner Polizei geht davon aus, dass der Angriff kein harmloser Halloween-Streich war

Und auch, wenn es zu Halloween öfter zu Eierwürfen auf Objekte und Personen kommt – die Berliner Polizei geht nicht von einem harmlosen Scherz aus. Sie geht von einem Hassverbrechen aus. Die Ermittlungen hat deshalb der Polizeiliche Staatsschutz am Landeskriminalamt Berlin übernommen.

Eine Einschätzung, die auch Simontowitz teilt: „Das war kein Dumme-Jungen-Streich, das war eine homophobe Attacke“, so der Gastwirt, der den „Hafen“ seit 28 Jahren im Schöneberger Schwulenkiez rund um den Nollendorfplatz betreibt.