Stan Lee ist tot: Auch die LGBT-Community trauert

In seine Welt flüchteten sich viele junge Angehörige sexueller Minderheiten

Stan Lee
Gage Skidmore - CC BY-SA 2.0

Stan Lee, Schöpfer von Comicfiguren wie Spider Man, Hulk oder Iron Man ist tot. Er starb am Montag im Alter von 95 Jahren in Los Angeles, wie der Anwalt von Lees Familie, Kirk Schenck, mitteilte.

Er schuf das Comic-Universum, wie wie es heute kennen

Und nicht nur in der Comics-Community ist die Trauer groß: Viele junge Lesben, Schwule, Bisexuelle oder Transgender flüchteten sich in Lees Marvel-Paralleluniversum und nahmen dabei Weisheiten ihrer Helden mit ins echte Leben.

Und in der von ihm geschaffenen Welt wurde auch das Thema sexuelle Minderheiten thematisiert. So outete sich der von Lee 1963 geschaffene Ice Man im April 2015, bei einer Neuauflage der X-Men, als schwul. Stan Lee wusste  davon nichts, wie er der BBC kurz danach sagte.

„Ich denke, die Welt hat sicherlich Platz für schwule Superhelden“

„Ich denke, die Welt hat sicherlich Platz für schwule Superhelden“, so Stan Lee. „Aber ich sehe auch keinen Grund, die sexuellen Neigungen einer Figur zu ändern, wenn sie bereits etabliert sind. Ich habe kein Problem damit, neue, homosexuelle Superhelden zu schaffen“, erklärte der legendäre Comiczeichner dem britischen Guardian.

Lee schuf mit seinem Marvel-Verlag in den 1960er Jahren eine ganze Reihe populärer Comicfiguren, darunter auch „Thor“, „Doctor Strange“, „The X-Men“ und „Daredevil“. Doch alle seine Superhelden sind auch Menschen, leiden oft an einer inneren Zerissenheit und scheitern außerhalb ihres Superhelden-Lebens oft am Alltag.

Auch an den Filmen über seine Superhelden war Stan Lee bis zuletzt beteiligt

Oft wurden die Abenteuer der Superhelden auch verfilmt. Stan Lee wirkte bis zuletzt an den Blockbuster-Filmen zu den jeweiligen Helden mit und hatte in vielen auch kurze Gastauftritte. Auch der Erfolgsfilm „Black Panther“ von 2018 stammte aus seiner Feder.

Dem entsprechend ist auch in Hollywood die Trauer groß. „Ich verdanke dir alles“, schrieb „Iron Man“-Star Robert Downey Jr. auf Instagram. Dazu stellte er ein Foto von sich und Lee, mit einem großen roten Herzen verziert. Über Jahrzehnte hinweg habe er jungen und alten Fans Abenteuer, Inspiration, Freude und Stärke gegeben, würdigte „Captain America“-Darsteller Chris Evans den Verstorbenen.

Hollywood und Marvel trauern um eine Legende

„Verdammt… Ruhe in Frieden Stan. Danke für alles“, schrieb „Deadpool“-Star Ryan Reynolds in einem Tweet. „Ich fühle mich so geehrt, eine Rolle in deiner Welt gespielt zu haben“, erklärte Oscar-Preisträgerin Halle Berry, die „Storm“ in „X-Men“ porträtierte. Und auch „Wolverine“-Darsteller Hugh Jackman trauerte um das „kreatives Genie“.

Marvel Comics und der Walt Disney Entertainment würdigten Lee als „Superhelden“: „Stan Lee war so außergewöhnlich wie die Figuren, die er schuf“, so Disney-Konzernchef Bob Iger. Es sei heute fast unmöglich, einen Ort im Marvel-Universum zu finden, der nicht von Lee geprägt wurde.

Auch die Oscar-Akademie zollt dem Verstorbenen ihren Tribut

„Heute haben wir einen wahrhaften Superhelden verloren“, zollte auch die Oscar-Akademie auf Twitter Tribut. „Stan Lee, danke dir für alles.“ Die US-Armee würdigte Lee für seine Verdienste während des Zweiten Weltkriegs und für seine spätere Unterstützung für Soldaten.

Der Sohn rumänischer Einwanderer wurde 1922 in New York als Stanley Martin Lieber geboren. Bereits als Teenager wurde er Zeichner. 1939 begann er seine Karriere als Assistent beim Verlag Timely Comics, der später zu Marvel wurde. Im vergangenen Jahr war Lees Ehefrau Joan im Alter von 93 Jahren gestorben.