Home News Chronik Barilla: Lesbisches Paar auf Spaghetti-Packung

Barilla: Lesbisches Paar auf Spaghetti-Packung

Nach Shitstorm vor fünf Jahren: 180-Grad-Wende vollständig vollzogen

Barilla Spaghetti Special Edition
Barilla

Vor fünf Jahren hat Guido Barilla, Vorstandsvorsitzender der gleichnamigen Pastamarke, in einem Radiointerview versichert, nie mit einem gleichgeschlechtlichen Paar werben zu wollen. Es folgte ein Aufschrei – mit Folgen: Nun ziert die Illustration eines lesbischen Paares eine Special Edition der italienischen Nudeln.

2013 wollte Guido Barilla „nie mit einer homosexuellen Familie“ werben

„Ich würde nie mit einer homosexuellen Familie werben“, erklärte Barilla im Jahr 2013. Das Konzept der „heiligen Familie“ sei ein „fundamentaler Wert“ für das Familienunternehmen. Dass auch lesbische Frauen und schwule Männer Barilla-Pasta essen würden, beeindruckte ihn nicht: „Wenn ihnen unsere Pasta gefällt und unsere Botschaft, ok. Wenn nicht, sollen sie eben andere Pasta essen“, so der Firmenchef.

Es folgte ein Shitstorm, inklusive Boykottaufruf. „Wir nehmen seine Einladung an, seine Pasta nicht zu essen“, erklärte damals beispielsweise Aurelio Mancuso, Vorsitzender der LGBT-Organisation „Equality Italia“.

Barilla entschuldigte sich gleich am nächsten Tag – und drei Jahre später versprach der Firmenchef, dass es „irgendwann“ auch Werbung mit Lesben und Schwulen geben werde. Nun scheint die Firma der Einlösung ihres Versprechens einen Schritt näher.

Zwei Frauen und ein Spaghetto zieren die Barilla-Sonderedition

Ende Oktober fand in Mailand die „Pasta World Championship 2018“ statt – und die mehreren hundert Gewinner bekamen eine eine Sonderedition der „Spaghetti N. 5“ mit einer ganz besonderen Verpackung: Diese wurde von der italienischen Designerin Olimpia Zagnoli gestaltet und zeigt ein Frauenpaar, wie es sich die Kult-Nudel in bester Susi-und-Strolch-Manier teilt.

Für Zagnoli ist es auch ein persönlicher Triumph, dass ihr Design auf die Packung gedruckt wurde. Denn sie hat vor fünf Jahren die Produkte von Barilla ebenfalls boykottiert. Doch letztes Jahr nahm der Pasta-Riese Kontakt mit ihr auf und bat sie, für die Sonderausgabe eine Illustration zu kreieren.

Auch die Designerin hatte sich damals am Barilla-Boykott beteiligt

Darauf reichte sie das Design mit den beiden Frauen ein. „Ich dachte, sie würden das Design niemals akzeptieren. Stellen Sie sich vor, sie taten es!“, so Zagnoli bei der Pasta World Championship begeistert zu den Medien. Auf Instagram ergänzt sie: „Während ich in meiner Küche protestierte, hat Barilla große Fortschritte gemacht.“

Denn Barilla hat auch seine internen Richtlinien überarbeitet, um für Menschen unterschiedlicher Orientierungen und Geschlechtsidentitäten ein besseres Arbeitsumfeld zu schaffen. Auf dem Equality Index der US-Bürgerrechtsorganisation Human Rights Campaign erreicht Barilla seit 2015 jedes Jahr 100 Prozent der möglichen Punkte.

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