Solidarität mit Gareth Thomas nach Überfall auf schwule Rugby-Legende

Die Nationalmannschaften von Wales und Frankreich spielen mit Regenbogen-Schuhbändern, um ein Zeichen gegen Homophobie zu setzen

Gareth Thomas
Tsange/Wikimedia - CC BY 2.5

Nach der homophoben Attacke auf den ehemaligen Rugby-Nationalspieler Gareth Thomas solidarisiert sich die europäische Rugby-Szene mit dem 44-jährigen Waliser: Unter anderem werden die Nationalmannschaften von Wales und Frankreich am Wochenende ein Zeichen gegen Homophobie setzen.

Thomas hatte letzten Sonntag ein Video auf Twitter geteilt, in dem er erzählt, dass er in seiner Heimatstadt Cardiff Opfer eines schwulenfeindlichen Hassverbrechens wurde. Auf dem Video waren die Schrammen, die er bei dem Angriff erlitten hatte, deutlich zu sehen. Der mutmaßlichen Täter, ein 16-jähriger Teenager, konnte gefasst werden, Thomas verzichtete auf eine Anzeige.

Regenbogen-Schuhbänder als Zeichen der Solidarität

Der Angriff auf den Rekord-Nationalspieler erschütterte die Rugby-Welt. Als Zeichen der Solidarität wird die walisische Nationalmannschaft, die am Wochenende gegen Südafrika spielt, mit Regenbogen-Schuhbändern einlaufen. Das berichtet unter anderem die BBC. Gareth Thomas spielte in seiner aktiven Zeit hundert Mal mit dem Team. Auch das walisische Frauen-Rugby-Team, das dieses Wochenende gegen Kanada spielt, wird als Zeichen der Unterstützung die Regenbogen-Schuhbänder tragen.

Und sie sind nicht alleine: Die französische Rugby-Nationalmannschaft hat ebenfalls angekündigt, als Reaktion auf den Angriff die Schuhbänder zu tragen.  Serge Simon, Vizepräsident des französischen Rugby-Verbandes, schrieb über Twitter: „Lieber Gareth Thomas, die gesamte französische Rugby-Welt steht dir bei im Angesicht der homophoben Belästigungen, denen du zum Opfer gefallen bist. Um unsere Solidarität zu zeigen, werden Frankreichs Rugby-Spieler am Samstag BeimSpiel Frankreich gegen Fischi auf dem Platz Regenbogen-Schuhbänder tragen. Wir sind bei dieser Sache an deiner Seite.“

Gareth Thomas ist von dem deutlichen Zeichen gerührt

Thomas zeigt sich in seiner Antwort gerührt: „Ein Merci an die französische Nationalmannschaft. Dass die Spieler Regenbogen-Schnürbänder tragen, ist ein enormes Signal für Inklusion. An die Gruppe, die mich angegriffen hat: Bitte haltet euer Wort und steht zu euren Entschuldigungen. Ich habe euch geglaubt, als ihr euch entschuldigt habt“, antwortete er über Twitter.

Der 44-Jährige Gareth Thomas hatte sich bereits im Jahr 2006 bei seinem Team, den Cardiff Blues, sowie dem Trainer geoutet. Drei Jahre später folgte sein öffentliches Coming-out. 2010 trennt er sich von seiner Ehefrau Jemma. Er war von 2007 bis 2011 der Rekordnationalspieler seines Landes.

In Großbritannien haben die „Rainbow Laces“ bereits eine gewisse Tradition: Im Jahr 2013 hat die LGBT-Bürgerrechtsgruppe zum ersten Mal die Regenbogen-Schuhbänder an Fußballvereine in England und Wales verschickt – verbunden mit der Bitte, diese kollektiv zu tragen.