Apotheker tötet Ehefrau, weil er sich in ein Grindr-Date verliebt

Nun wurde der Pharmazeut in England zu mindestens dreißig Jahren Haft verurteilt

Mitesh Patel
Cleveland Police

Weil er mit einem Mann durchbrennen wollte, den er über die Dating-Plattform Grindr kennengelernt hat, brachte ein 37-jähriger Apotheker aus Großbritannien seine Ehefrau um. Nach der Auswertung seines iPhones konnte er überführt werden – nun wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

Sie wollte Kinder, er hatte Sex mit Männern

Nach außen hin führten Mitesh Patel und seine drei Jahre jüngere Frau Jessica aus Middlesbrough im Nordwesten Englands eine ganz normale Ehe – doch hinter den Kulissen brodelte es: Denn während sie gerne Kinder gehabt hätte, traf er sich bereits seit sechs Jahren regelmäßig mit Männern, die er über die Dating-App Grindr kennengelernt hatte, zum Sex – und seine Frau wusste davon.

Doch bei den Dates blieb es nicht nur bei Körperlichkeiten: Der Apotheker verliebte sich in Dr. Amit Patel, eines seiner Sex-Dates. Vor Gericht bezeichnete er ihn sogar als „Seelenverwandten“. Mit ihm wollte er ein neues Leben in Australien beginnen. Zuvor wollte er allerdings seine Frau umbringen und die Versicherungssumme in der Höhe von zwei Millionen Pfund, umgerechnet 2,23 Millionen Euro, kassieren.

Der Anklage zufolge pumpte er seine Frau zunächst mit Insulin voll und erstickte sie anschließend mit einem Plastiksackerl, das er ihr über den Kopf stülpte und dann eng zuzog. Dann verwüstete er das Haus, damit es nach einem Einbruch aussah, und rief die Polizei.

Beim Vertuschen des Verbrechens war Patel ziemlich ungeschickt

Diese wurde misstrauisch und durchleuchtete das iPhone von Mitesh Patel. Dort fanden sie eine Fitness-App, die auch alle Bewegungsdaten aufzeichnete. Und die passten nicht zur Geschichte, die der 37-Jährige zuvor der Polizei erzählt hatte. Im Gegenteil: Die Ermittler konnten mit den Daten rekonstruieren, wie der Apotheker nach der Tat den Einbruch simulierte.

Die letzten Zweifel an der Schuld des Mannes wurden schließlich durch eine Auswertung des Suchverlaufs ausgeräumt: Denn Patel suchte vor der Tat etwa nach „Ich muss meine Frau töten“, „Insulin-Überdosis“ oder „Auftragskiller in Großbritannien anheuern“.

Nun stand der Apotheker im britischen Teesside vor Gericht. Dort zeigte Patel keine Reue – aber dafür jede Menge Selbstmitleid. Wegen Mordes an seiner Frau wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt, davon muss er mindestens dreißig Jahre im Gefängnis absitzen. Solche Strafen werden in Großbritannien nur für „besonders schwere“ Verbrechen ausgesprochen, wie der Richter betonte: „Und sie haben so ein Verbrechen begangen.“