Angriff auf schwulen Bürgermeister-Kandidaten empört die Community

HOSI Salzburg und SoHo stellen sich hinter Georg Djundja

Georg Djundja
SPÖ Salzburg

In Oberndorf bei Salzburg zieht die heftige Kritik einer Bürgerliste am offen schwulen Bürgermeisterkandidaten Georg Djundja von der SPÖ immer weitere Kreise. Nachdem GGG.at über den Vorfall berichtet hat, melden sich nun Organisationen der Community zu Wort.

Ein offen schwuler Kandidat kenne das Familienleben nicht, meint der politische Gegner

In einem Facebook-Kommentar schreibt die die „Neue Oberndorfer Wählergemeinschaft – Initiative Zukunft Oberndorf“ (NOW), es mache für die Eignung als Bürgermeister einen Unterschied, ob jemand „seine Kinder in Oberndorf aufwachsen lässt, oder ob man diese Herausforderungen, die ein Familienleben mit sich bringt, gar nicht kennt.“ Es gebe „sehr viele Lebenssituationen, bei denen es eben nicht egal ist, was jemand ist“, spricht die Oppositionspartei Djundja die Eignung ab, auch Familienpolitik für Oberndorf zu machen.

Als homophob möchte man diese Wortmeldung nicht verstanden wissen. „Diese Ausrichtung bringt er immer wieder selbst aufs Tableau und wird hoffentlich noch erwähnt werden dürfen“, so NOW-Bürgermeister-Kandidat Christoph Thür gegenüber GGG.at – und fügt hinzu: „Wieso Herr Djundja so aktiv damit ‚wirbt‘ und nicht einfach als ‚Mensch‘ kandidiert, erschließt sich mir nicht.“

Scharfe Kritik an den Aussagen der Bürgerliste von der HOSI Salzburg

Eine Stellungnahme, die man in der Community nicht versteht. „Nur weil jemand im Moment die Lebenssituation mit Kind nicht kennt, heißt das nicht, dass er in Zukunft keine Kinder haben wird. Wenn das ein Argument für die fachliche Eignung als Bürgermeister sein soll, dann disqualifiziert sich Herr Thür selbst mit dieser Aussage. Allein die fachliche Qualifikation muss zählen, nicht das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung“, ärgert sich Josef Lindner, Obmann der HOSI Salzburg, über die Kommentare der NOW.

Und auch für Harald Stadler, Djundjas Nachfolger als Salzburger Landesvorsitzender der sozialdemokratischen LGBT-Initiative SoHo, findet die Kommentare der Bürgerliste „unangebracht“: „Georg Djunda hat viel politische Erfahrung und läuft gemeinsam mit seinem Team mit voller Kraft für die Stadtgemeinde Oberndorf – es wäre angebracht, sich mit seinen Ideen und Zielen auseinanderzusetzen, statt ihm unsachlich die Fähigkeit für ausgezeichnete Familienpolitik abzusprechen“, so Stadler.

Unterstützung erhält Djunda auch vom Mario Lindner, Gleichbehandlungssprecher der SPÖ und Bundesvorsitzender der SoHo: „Wir leben im Jahr 2019 und die Vielfalt in unserer Gesellschaft ist nicht nur ein Fakt, sondern auch eine Bereicherung. Wir können stolz darauf sein, dass engagierte Menschen wie Georg Djunda sich um ein öffentliches Amt bewerben“, so Lindner, der selbst Gemeinderat im obersteirischen Landl ist.