Ehe für alle läuft in Österreich verhalten an

Wien und Klagenfurt als Spitzenreiter der heiratsfreudigen Schwulen und Lesben

Symbolbild: Schwules Ehepaar
Symbolbild - Fotolia

Seit 1. Jänner können schwule und lesbische Paare auch in Österreich heiraten – und haben dann alle Rechte und Pflichten eines Ehepaares. Doch rechtliche Unsicherheiten, die es fast bis zum Schluss gab, verhinderten offenbar einen kleinen Hochzeits-Boom.

Verzögerung des Innenministeriums hielt Paare ab, das Aufgebot zu bestellen

So hat das Innenministerium erst Ende Dezember 382 Tage nach der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs, die Ehe zu öffnen, die entsprechenden Richtlinien zur Umsetzung veröffentlicht. Zuvor gab es bei den betroffenen Paaren einige Unsicherheiten – etwa, ob eine Eingetragene Partnerschaft vor einer Eheschließung aufgelöst werden muss.

Am wenigsten beirren ließen sich schwule und lesbische Paare dabei in Wien. Wie der Kurier berichtet, haben sich in der Bundeshauptstadt bereits 50 gleichgeschlechtliche Paare zur Hochzeit angemeldet. Auch haben in Wien einige heterosexuelle Paare bereits die Schließung einer Eingetragenen Partnerschaft angemeldet. Die erste gleichgeschlechtliche Ehe wurde hier am 2. Jänner geschlossen.

Vier gleichgeschlechtliche Ehen im Jänner in Klagenfurt

Verhältnismäßig viel ist auch in Klagenfurt los: In der Kärntner Landeshauptstadt werden im Jänner zwei schwule und zwei lesbische Paare heiraten, ein heterosexuelles Paar hat sich für eine Eingetragene Partnerschaft angemeldet. Wie Evelin Burgstaller, Leiterin des Standesamts, dem Kurier erklärt, hätten schwule und lesbische Paare ihre geplanten Verpartnerungen zugunsten der Ehe abgesagt.

In Graz möchten fünf bis sechs gleichgeschlechtliche Paare heiraten, so die zuständige Referatsleiterin zur Kleinen Zeitung. Die erste Eheschließung hat es hier schon am 3. Jänner gegeben. In Innsbruck hat am 5. Jänner die ehemalige Beachvolleyball-Staatsmeisterin und Vize-Europameisterin Sara Montagnolli ihre langjährige Lebensgefährtin geheiratet.

Wenig Interesse in Linz, Salzburg, St. Pölten, Bregenz und Eisenstadt

In Linz gab es drei Anfragen für gleichgeschlechtliche Eheschließungen, ein Paar hat angekündigt, noch im ersten Halbjahr heiraten zu wollen. In der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten sind die Paare hingegen deutlich zögerlicher. Vier homosexuelle Paare hätten sich informiert, Termin wurde noch keiner vereinbart, heißt es aus dem Standesamt.

Noch kein gleichgeschlechtlicher Hochzeitstermin wurde in Bregenz, Eisenstadt oder der Stadt Salzburg angemeldet. Und auch außerhalb der Landeshauptstädte hält sich die Anfrage für gleichgeschlechtliche Eheschließungen noch in Grenzen.