Libanon sperrt Zugang zu Grindr übers Mobilnetz

Grindr
Symbolbild - Montage: GGG.at

Im Libanon haben die beiden größten Handy-Provider ihren Nutzern offenbar den Zugang zur schwulen Dating-App “Grindr” gesperrt. Das bestätigen unter anderem LGBT-Organisation SMEX als auch die Beirut Pride.

Das zuständige Ministerium hat die Sperre verfügt, der Grund dafür ist unbekannt

Wie die International Business Times (IBT) berichtet, hat das libanesische Telekom-Ministerium die beiden Provider Touch Lebanon und  Alfa Telecommunications angewiesen, die Seiten zu blockieren. Das habe ein Sprecher von Touch bestätigt. Einen Grund dafür hat er nicht angegeben.

Mittlerweile hat Grindr die Sperre bestätigt. „Wir können zwar bestätigen, dass es sich bei nicht um ein technisches Problem auf unserer Seite handelt, allerdings haben wir haben keine weiteren Informationen, was das Problem verursacht hat, und wie untersuchen es weiter“, heißt es in einer Stellungnahme.

Ein Einloggen übers Handynetz der beiden größten Provider ist nicht möglich

Die Beirut Pride berichtet auf Facebook: „Einige Leute können sich bei der App nicht einloggen, bei anderen laden Profile und Konversationen nicht, bis sie sich über ein privates W-LAN einloggen.“ Für die Aktivisten ist die Sperre „ein neuer Angriff auf Freiheiten im Libanon“, dessen Ziel es sei den Zugang zum Internet für persönliche Beziehungen zu beschränken.

„Die App im öffentlichen, gemeinsam genutzten Netzwerk zu verbieten bedeutet, dass dies kein gemeinsamer Ort mehr für alle ist. Es beschränkt Menschen auf private Netzwerke (Zuhause, Cafés  und die Arbeit) und drängt Grindr, seine Benutzer und die Repräsentation sexueller Orientierungen und Geschlechtsidentitäten zurück ins Private, hinter verschlossene Türen“, so die Aktivisten weiter.

LGBT-Organisationen fordern eine Rücknahme der Sperre

SMEX hat das Ministerium aufgefordert, die Sperre von Grindr schnellstmöglich wieder rückgängig zu machen, weil es sich dabei um die „beliebteste App in der queeren Community des Libanon“ handle.

Doch der Libanon ist nicht das einzige Land, in dem Grindr über die Handy-Netze nicht funktioniert: Im Jahr 2013 hat die Telekommunikationsbehörde in der Türkei die App verboten. Basis dafür war das Urteil eines Gerichts in Istanbul, das nicht veröffentlicht wurde. Auch im Iran ist Grindr gesperrt, genauso wie in Saudi-Arabien, Indonesien, Ägypten, China, den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Ukraine oder Russland.