Belästigungsvorwürfe gegen „Bohemian Rhapsody“-Regisseur Bryan Singer

Ein US-Magazin zitiert vier Männer, die als Jugendliche von Singer belästigt worden sein sollen

Bryan Singer
Gage Skidmore/flickr - CC BY-SA 2.0

Neue Missbrauchsvorwürfe gibt es gegen den offen bisexuellen US-Regisseur Bryan Singer. Mehrere Männer hatten den 53-Jährigen beschuldigt, sie in ihrer Jugend missbraucht zu haben.  Singer, der zuletzt mit „Bohemian Rhapsody“ einen Kassenschlager landete, wies die Vorwürfe als homophob zurück.

Der Regisseur soll vor zwanzig Jahren mit zwei Teenagern Sex gehabt haben

Das US-Magazin „The Atlantic“ hatte in seiner aktuellen Ausgabe vier Männer zitiert, drei von ihnen anonym. Zwei von ihnen gaben an, 1997 im Alter von 15 beziehungsweise 17 Jahren Sex mit Singer gehabt zu haben – das Schutzalter liegt in Kalifornien allerdings bei 18 Jahren, alles darunter gilt automatisch als Vergewaltigung.

Ein dritter Mann behauptete, der Regisseur habe ihm 1998, als er 13 Jahre alt war, in die Hose gegriffen – um dann zu onanieren. Ein weiterer junger Mann behauptete, dass Singer regelmäßig seine Hand in die Hose von Jugendlichen stecken würde. Außerdem würde er diese mit Alkohol und Drogen gefügig machen, um sie zum Sex zu überreden.

Es ist nicht das erste Mal, dass solche Vorwürfe auftauchen

„Einige der mutmaßlichen Opfer sagen, sie seien von dem Regisseur verführt worden, andere sprechen von Vergewaltigung“, heißt es in dem Artikel. Insgesamt hätten die an dem Artikel beteiligten Redakteure zwölf Monate zu dem Thema recherchiert und dabei mit rund 50 Informanten gesprochen, darunter auch die vier neuen Beschuldiger.

Ähnliche Vorwürfe gegen den 53-Jährigen gab es zuletzt im Dezember 2017. Damals behauptete ein Mann, als 17-Jähriger von Singer vergewaltigt worden zu sein. Das Verfahren in diesem Fall läuft derzeit noch.

Singer nennt die Vorwürfe gegen ihn homophob

Singer bezeichnete die Männer, die ihn des Missbrauchs beschuldigen, in einer Stellungnahme als Menschen, „die bereit sind, für Geld und Aufmerksamkeit zu lügen“. Den Bericht bezeichnet er als „homophoben Schmutzartikel“, das Magazin wolle nur den Erfolg seines Films „Bohemian Rhapsody“ ausnutzen.

Der Regisseur betonte auch, dass das Magazin „Esquire“ im Oktober letzten Jahres einen ähnlichen Artikel veröffentlichen wollte – und dann darauf verzichtete. Singer zufolge waren die Beschuldiger nicht glaubwürdig.

Bryan Singer führte bei Blockbustern wie „X-Men“ und „Superman Returns“ Regie. Als kurz vor Ende der Dreharbeiten zum diesjährigen Oscar-Kandidaten „Bohemian Rhapsody“ die Vorwürfe auftauchten, wurde er gefeuert und durch Dexter Fletcher ersetzt. Offizielle Begründung für den Wechsel des Regisseurs waren Probleme am Set und mehrfaches unentschuldigtes Fehlen, was der 53-Jährige bestreitet.